Schlagwort-Archive: Afrika

Just human
Jetzt auch in Südafrika aktiv

just human in SüdafrikaDas Safe House Bredasdorp wurde 2015 von der Gemeinde-Aktivistin Lana O’Neill ins Leben gerufen. Es ist ein Zufluchtsort für Frauen und Mädchen, die häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt sind.

Das Safe House ist der einzige Ort dieser Art in der ganzen Cape Agulhas Region. Wegen der Corona-Pandemie, die viele Familien in existentielle Not gebracht hat, organisieren die Mitarbeiterinnen des Safe House seit einigen Wochen zusätzlich Lebensmittelverteilungen. (Glücklich haben die kleinen Jungen ihre Ration erhalten.)

Das Team vom Safe House Bredasdorp bietet wichtige Hilfe und wir möchten sie dabei gerne unterstützen. Reinhard Jaki, neues Mitglied von just human, begleitet das Projekt mit seiner Tochter Julia Jaki, die in Südafrika lebt.
Ihre Spenden können sowohl die reguläre Arbeit im Safe House als auch die Essensausgabe an Bedürftige unterstützen.

Alles Verbrecher…

Alles Verbrecher – Peter Grohmanns "Wettern der Woche"

… sagte meine Omi Glimbzsch aus Zittau gern und warf die schlechten Nachrichten in die Ecke. Als Junger Pionier wollte ich natürlich wissen, wer da genau gemeint war: Verbrecher interessieren mich von klein auf, aber ich bin mir bis heute unsicher. Nehmen wir den persischen Kriminellen Reza Pahlavi. Der olle Schah war sehr gern zugegen, wenn seine Folterknechte mit Küchengeräten politische Gegner zum Reden brachten. Aber ein Freund der deutschen Bundesregierung kann ja kein Verbrecher sein, sagt sich der Junge Pionier und schaut heute zu den befreundeten Terrorhelfern in Saudi-Arabien oder zum Waffenbruder Erdoğan. Der hat zwar eine sichere Mehrheit, aber kein sicheres Land mehr. Der türkische Teppich- und Immobilienhändler (Rassismus pur!) weiß, dass man nicht alles haben kann, jedenfalls nicht auf einmal. Der Rotchinese wiederum schnappt jenseits der großen Wasser dem Trump(el)-Präsidenten die besten Äcker Afrikas vor der Nase weg! Unerhört, ungelesen! Also, Leute: Beim neuen Agrarkapitalismus geht’s ja nicht nur darum, den Leuten zu Hause die Ernten aus der Fremde zu sichern. Die freie Welt von morgen braucht vor allem Rohstoffe, Infrastruktur und Landeplätze für schnelle Eingreiftruppen. In den besoffen gemachten Dörfern diskutieren abends Befürworter und Gegnerinnen von Zukunftsprojekten fröhlich das Pro und Contra von Landnahme, Profit und Umweltzerstörung, während sich die weißen oder gelben Männer tagsüber die schwarzen Minister gekauft haben und die Strippen ziehen. Alles längst beschlossen, alles streng geheim, alles wird gut, wie bei Ceta & TTIP.

Blut-und-Boden-Bald-Präsident Donald Trump verspricht dieser Tage den Nordamerikanern (außer den Rothäuten in Nord-Dakota) bessere Zeiten, mexikanische Mauern und seine harte Hand. Die kann belohnen oder bestrafen. Während wir längst und aus eigener Erfahrung wissen, dass Wahlversprechen auf keinen Fall ernst genommen werden dürfen, ahnen wir gruselnd, dass Trump tut, was er versprochen hat. Verkehrte Welt! Alles ist unsicher in diesen Zeiten, nur das Polar-Eis weiß, was zu tun ist: Schmelzen, schmelzen, schmelzen, bis die Wasser die Oberkante der Unterlippe erreichen.

*) Peter Grohmann ist Kabarettist und Initiator des Bürgerprojekts Die AnStifter