Zum Kotzen, Herr Major!

Meine Achillesferse ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Am Sonntag erregten mich öffentlich-rechtliche Filmszenen, bei denen einem Opfer mittels Gartenschere die Finger abgeschnitten wurden. Nicht besser war ein Tatort mit höchsten Quoten, bei dem der geistig benachteilige Mörder zuerst ausgewählte Opfer mit seinem Auto zweimal überfuhr und ihnen dann gewisse Körperteile herausschnitt: Auge um Auge, Zahn um Zahn, die Welt en gros und en détail, ganz wie sie ist. Keine Frage, dass auch ARD und ZDF zum Fest der Auferstehung von den Toten mit jeder Menge Mord und Totschlag locken – das ist verständlich, denn wer schaut sich schon eine plumpe Osterandacht an? Soweit zum Film.
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Feinstaub in Stuttgart

Die von den SSB konzipierte neue Elektrobuslinie X 1, die im Ringverkehr zwischen dem Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt und der City fahren soll, wird „Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs auf der Achse Bad Cannstatt–Cannstatter Straße haben“, laut SSB-Vorstandschef Wolfgang Arnold. (Zitiert nach Stuttgarter Nachrichten vom 29.3.2017)

Dennoch ist die Ausdehnung des öffentlichen Verkehrs eine der möglichen Antworten auf die Feinstaubproblematik in Stuttgart.

Der den AnStiftern gut bekannte Stadtrat Michael Conz von der FDP kommentiert dazu in vorhersehbarer Manier: „Der Verkehr auf dem Cityring wird an die Wand gefahren, das ist Kollaps mit Absicht

Schmähgesänge

Sieg oder Massenschlägerei“: Das ist ein beliebter Schmähgesang auf den unteren Rängen in den Stadien: Eine ganz klare Ansage, bei der große oder kleine Koationen nicht mithalten können. First we take Saarbrücken? Hat nicht geklappt. Die unteren und die oberen Ränge lieben Annegret Kramp-Karrenbauer – quer durch alle politischen Farben. Mist. Mit den Arbeitslosen allein, die zu 30 % dunkelrot wählten, ist ja auch kaum Staat zu machen. Aber auch wenn selbst die Gebildeten mehr gut finden als Oskar oder Martin, bleibt then we take Berlin natürlich eine Option. Aber wie bei den Schmähgesängen braucht es klare Fronten – „Hoch die internationale Solidarität“ ist eben einfach zu wenig. In den letzten Tagen gingen, von den Leitmedien wenig beachtet, Türken und Kurden gemeinsam auf die Gass‘. Viele waren es nicht (aber das bleibt unter uns!). Wie in Saarbrücken waren die Hochrechnungen der Nein-Gemeinde utopisch und lassen ahnen: Erstes kommt es anders, zweitens als man denkt. Mit der Solidarität der biodeutschen Genossen war’s auch nicht weit her, und so blieben die Trommeln für’s Hayır, für’s Nein, eher leise. Öffentlich sichtbar waren am letzten Wochenende in Stuttgart vor allem die Kohorten der Polizei – Äffle und Pferdle, Tränengas und Knüppel als Drohkulisse: Haltet Euch fern von den Rettern der Demokratie, war die Botschaft.

Die Neffen des Sultans, Freiwillige aus Konsulaten, AKP und türkischem Verfassungsschutz, waren umso eifriger, Kopf und Kragen der Demo-Teilnehmer im Bild festzuhalten: Das wird man alles noch brauchen können. Mit von der unangenehmen Partie natürlich auch die Polizei: Sie sei beauftragt, die Hassgesänge zu dokumentieren, sagten die Videofilmer. „Erdogan – Terrorist“ und „Bei jeder Schweinerei ist die BRD dabei“ war das Schärfste aller Lieder – da hätte selbszt meine Omi Glimbzsch aus Zittau mitgesungen, von mir ganz zu schweigen.

„Wir ziehen los, mit Messern und mit Ketten! – Wir machen aus den Haien Fischkroketten“ oder „Lasst uns schlachten einen Sachsen – weil die Viecher so schnell wachsen“ oder „Wen wollen wir lynchen? Bayern München!“ gehören übrigens zu beliebtesten Schmähgesängen bei großen Sportereignissen. Die sind aber so wenig ernst gemeint wie die internationale Solidarität.

*) Peter Grohmann ist Kabarettist und Initiator des Bürgerprojekts Die AnStifter.

Dem Hass die Grundlage entziehen

Nun reagiert auch Google gegen Hasspostings, denn ihr Geschäftsmodell gerät unter Druck. Sie haben erfahren:

Reaktionen der Anzeigenkunden waren massiv, entsetzt, dass ihre teure Werbung bei Google in direkter Nähe von extremistischen Inhalten und Hassvideos im Netz auftauchten. Erst gab es Beschwerden und Drohungen, dann stornierten einige ihre Aufträge, wie Marks & Spencer, die HSBC-Bank, Volkswagen, McDonald’s, Toyota oder Audi. Spätestens da war klar, dass der Internetkonzern Google reagieren muss, und zwar schnell. Nur eine öffentliche Entschuldigung reichte nicht mehr, die Lage ist ernst. Denn die Erlöse mit Anzeigen sind die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Amerikaner …

Firmen sollten künftig größere Kontrolle darüber erhalten, wo ihre Anzeigen auf Google-Plattformen wie zum Beispiel der Videotochter Youtube, die seit 2006 zum Konzern gehört, erscheinen. „Ab heute nehmen wir daher eine kompromisslosere Haltung gegenüber hasserfüllten, beleidigenden und herabwürdigenden Inhalten ein“…

Ganzer Artikel siehe Süddeutsche Zeitung vom 21. März 2017.

Die AnStifter treten seit diesem Monat in der Reihe „Die Wucht der Worte“ dem Hass entgegen. Ein breites Bündnis trägt diese Veranstaltungsreihe, deren Auftaktveranstaltung in der Stiftung Geißstraße stattfand. Einen ausführlichen Bericht dazu im Blog Elsternest.

Dr. Daniel-Pascal Zorn (li) im Gespräch mit Dr. Michael Kienzle. Foto: © M. Seehoff
Dr. Daniel-Pascal Zorn (li) im Gespräch mit Dr. Michael Kienzle. Foto: © M. Seehoff

Aktion gestartet
„Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle!“

Um die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland und Europa in den Monaten vor der Bundestagswahl zu einem Thema zu machen, hat sich in Deutschland ein großes Bündnis, die Aktion Umverteilen, gebildet. Weitere Informationen zum Aktionsbündnis finden Sie unter: http://www.reichtum-umverteilen.de/.

Die AnStifter wollen dazu in Stuttgart eine örtliches Bündnis anstoßen und laden interessierte Organisationen für Donnerstag, 30.3.2017, 16.00 Uhr, zu einer ersten Besprechung ein.

Am Dienstag, dem 28. März 2017, 10.00 Uhr, stellt sich die Aktion Umverteilen auf der Bundespressekonferenz in Berlin vor. Im Rahmen der Pressekonferenz in Berlin werden unter anderem die folgenden Statements vorgelegt:
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Meinung
Warum der zeitgenössische Feminismus eine reaktionäre Bewegung ist

Schwach, hilfsbedürftig und hypersensibel: Das Frauenbild vieler Feministen stammt noch aus Uromas Zeiten.

Quelle: Salonkolumnisten

Eine Empfehlung
Ein bunter Haufen…

Wir arbeiten für die „taz“ und die „Welt“, für den „Focus“ und … und … und … Unter uns befinden sich SPD- und CDU-, Wechsel- und Garnichtwähler, Grüne, Anhänger der Demokraten und der amerikanischen Republikaner, Monarchisten, Anarchisten, Konservative und Liberale, liberalkonservative Sozialdemokraten und sozialliberale Anarchokonservative – und sogar ein paar Mitglieder der FDP. Wir wohnen in München, Bremen, Berlin, Freiburg, Hamburg, bei Stuttgart, Washington und New York. Unter uns befinden sich Gläubige, Ungläubige und Ketzer. Wir streiten gern und herzlich, auch untereinander.

Quelle: Die Solonkolumnisten

hayır heißt nein! Der Demokratie den Rücken stärken!

Kundgebung Sa, 25.3. 16 h Hauptbahnhof Stuttgart

Die AnStifter rufen auf