Archiv der Kategorie: AnstifterFunken

Skizze
Was ist Radio?

Radio hört man nicht mit den Ohren! Adjektive nur in Bildvergleichen. Dann aber auch „richtig“. Radio ist ein sehr intimes Medium. Es ist sehr persönlich. Es mag deshalb viele Hörer und Hörerinnen geben, tatsächlich aber sollte der Moderator sich immer nur an EINE Person wenden. Radio ist ein Gespräch zwischen zwei Personen. Themen sollten deshalb auch nicht volständig aufgeschrieben, sondern anhand von Stichworten frei erzählt werden. In einem persönlichen Gespräch hat man ja auch keinen Zettel dabei, von dem man abliest. Trotzdem sollte „nach Art einer Landebahn“ der letzte Satz einer solchen Erzählung aufgeschrieben sein. Weiter ist der Formenreichtum wichtig. Das Mikrofon kann sich an ganz verschiedenen Stellen befinden und gibt dadurch immer auch ganz andere Stimmungen wieder. Radiomoderatoren sollten als Person anwesend sein, Meinungen äußern, Stellung beziehen und ruhig auch mal anecken. Wichtig ist es persönlich zu wirken ohne privat zu werden. Bei der Anmoderation nicht veertikale Weg gehen, sondern kluge Texte ersinnen. Assoziationsebenen kreativ überspringen. (weiter)

Anmoderation und Interview
Michael Speer

Für Autofahrer besteht Sprache mitunter nur in einem für andere Autofahrer reservierten „Arschloch“. Was Sprache noch sein kann, davon kann Michael Speer etwas erzählen. Der eine oder andere wird ihn als Nachrichtensprecher schon einmal beim SWR gehört haben. Zu dem Gesprach, das wir schon im Februar geführt haben, war ich zu spät gekommen, weil ich eine Hausnummer verwechelt hatte. Das war mir sehr unangenehm. Was man mir wohl angemerkt hat, denn Michael Speer nimmt zu Anfang seiner Ausführungen geschickt Bezug darauf.

Kommentar
Osama bin Laden

Osama bin Laden ist in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai von einer amerikanischen Spezialeinheit erschossen worden. In der gleichen Nacht wurde irgendwo in Stuttgarter Westen ein Fahrrad gestohlen. Dass beide Meldungen nicht gleich bedeutend sind, hat damit zu tun, dass es sich um MEIN Fahrrad handelte und mir Osama bin Laden im Vergleich dazu, relativ egal ist. Die Stellungnahme von Fr. Merkel zum Tod des Terroristen geht bereits Dienstagabend durch die Presse. Den Diebstahl meines Rades bemerke ICH erst am Mittwoch. Meine Stellungnahme fällt ganz anders aus und beschränkt sich auf das bekannte sieben Buchstaben zählende Fäkal-Wort mit dem scharfen „S“, „Scheiße“, das ich, unbeachtet, relativ laut in die Welt hinausrufe. Denn wie erkläre ich den Umstand, dass das Fahrrad weg, das Schloss, abgeschlossen, aber noch da ist?

Anmoderation

Rechts an der Wand hängt der verstaubte Flokati-Teppich. Unten links auf der Höhe meines Schienbeins der Schalter, um das so genannte Endlosband endlich abzustellen um mit der Sendung zu beginnen. Dort über dem Tisch – in der Verlängerung des Mischpultes – das wackelige Gästemikrofon. Links davon Beate, rechts davon Hans. Die Uhr an der Wand neben dem Fenster zeigt genau 16.03 Uhr. Das kann nur bedeuten, dass wir hier im Freien Radio sind. Sie hören AnstifterFunken. Mit Hans Robert Schlecht, Beate Zela-Koort und mir; mein Name ist Burkhard Heinz.

Kontextwochenzeitung
Kritik zum Artikel "Im Schatten der Korruption"

Meinrad Heck zeigt auf der Seite 3 der Kontextwochenzeitung, die am vergangenen Samstag als Beilage der taz (west) erschienen ist, was ein guter Journalist kann. Er stellt einen interessanten Zusammenhang her zwischen Baden-Württemberg und Ägypten. Der Text in Form einer Reportage ist informativ und spannend und nimmt gleichzeitig Bezug auf aktuelle Ereignisse, die der u.a. mit dem Wächterpreis ausgezeichnete Meinrad Heck in einen historischen Kontext einfügt. Es ist die Rede von dem wegen des Flowtex-Skandals für siebeneinhalb Jahre einsitzenden Herrn Manfred Schmider, von dem flüchtigen Mubarak-Intimus Hussein Salem, der 1974 in einer schweizer Bsnk ein Nummernkonto eröffnet, von dem „Jahrzehnte später eine Spur nach Baden-Württemberg führt“. Mir hat es ausgesprochen Spaß gemacht, die eine ganze Zeitungsseite einnehmende Reportage von Meinrad Heck zu lesen und ich werde den zweiten Teil des Textes wahrscheinlich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch lesen. Dann erscheint nämlich im Internet die 5. Ausgabe der Kontextwochenzeitung.

Kontextwochenzeitung
Kritik zum Max Herre-Interview

Die Kontextwochenzeitung veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe ein Interview, das Rainer Nübel und Susanne Stiefel mit Max Herre geführt haben. Der sich beinahe über 1 und eine halbe Seite erstreckende Text ist ein Beispiel dafür, dass in der Länge eben nicht die Würze liegt. Das scheinbar ungekürzte Interview gerät dann auch zu einem Schlagwortpotpourie über Krieg, Vergessen, Erinnern, Stunde Null, Auswärtiges Amt, Holocaustmahnmal, Lernen aus der Geschichte, Hitler, Kreationismus und…wie könnte es anders sein: Stuttgart 21. Dann die Frage nach dem „Blick von Berlin nach Stuttgart“, der durch Bemerkungen zum „Tod des Protestlieds“ und der Erwähnung Bob Dylans ergänzt wird. An vielen Stellen ist das Interview gespickt mit so tiefgreifenden Feststellungen wie: „Es kann manchmal nicht so schlecht sein, wenn etwas kaputt geht, weil es einem den Blick auf Neues eröffnet. Das merkt man nicht immer gleich.“ Was der Leser aber gleich merkt, wenn er nicht während der Lektüre eingenickt ist, dass die Aneinanderreihung von Halbweisheiten, Klischees und Lokalpatriotismus auch innerhalb eines anspruchsvollen Zeitungsprojekts vor allem eins tut: langweilen.

AnstifterFunken
09.05.2011: 16:00 Uhr


Wir klären die Weltgeschichte und vernetzen Osama bin Laden mit einem Fahrraddiebstahl im Stuttgarter Westen. Wir stellen ultimativ fest, dass Radio nicht mit den Ohren gehört wird, sondern mit dem Bauch und versuchen mit einem Profisprecher die Frage zu klären warum man im Radio die Menschen nicht sprechen hören soll, sondern denken, fühlen und sehen. Und weil das Wetter so schön ist, bringen wir einen Beitrag vom sonnedurchfluteten, nachmittäglichen Mittleren Schlossgarten: Christina lebt dort seit fünf Wochen in einem Tipi….aber hören Sie selbst: AnstifterFunken heute um 16.00 Uhr und sonst jeden zweiten und vierten Montag im Monat zwischen 16.00 und 17.00 Uhr über Antenne 99,2 Mhz oder über Kabel 102,1 Mhz … oder als Stream unter www.freies-radio.de. mehr…

AnstifterFunken
so oder ähnlich?

Innerhalb des in seiner inneren Struktur eher abweisend erscheinenden „Freien Radios für Stuttgart„, dessen organisatorischer Kern von einer Gruppe mitunter „etwas“ merkwürdig sich gebender, sehr auf sich selbst bezogener Frauen und Männer gebildet wird, die beim einmal monatlich stattfindenden Plenum mit ihrem inquisitorischen Charme nicht nur lustig wirken, ist die Redaktion der AnStifterfunken ein Häufchen Asche, in deren Sendeinhalten man sich um Sensibilität, Neugierde und Respekt bemüht. Ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Radioarbeit der AnStifterFunken besteht in der kritischen Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Erfahrungen und Anschauungen. Richtig und falsch sind (auch und vor allem als politische Kategorien) nicht unveränderliche Eigenschaften, die sich aus der Zugehörigkeit ZU was auch immer oder vermeintlicher Kenntnis VON was auch immer ergeben; richtig und falsch verändern sich ständig und müssen der Erfahrung, dem Zusammensein, dem Gespräch und dem Austausch unterschiedlicher Überzeugungen immer wieder neu abgerungen werden. Im Freien Radio verstehen wir uns als EINE Redaktion unter vielen, als Redakteure unter Redakteuren. Die nächste Sendung findet am kommenden Montag statt. Um 16.00 Uhr auf UKW 99,2 (bkh)

Demokratiekongress

Am Sonntag, dem 27.02. fand im DGB-Haus der vor allem von den Anstiftern vorbereitete Demokratiekongress statt. „Vor allem“ soll die Erwähnung der anderen Organisationen nicht unterschlagen. Auf der Website demokratie-kongress21.de werden noch genannt das Aktionsbündnis gegen S21, Attac Stuttgart und Deutschland, Allmende Stetten/Remstal, BUND, Colibri, DGB, Die Parkschützer und und und. Insgesamt werden hier 27 Gruppen. mehr…