Archiv der Kategorie: Termine

Prof. Dr. Sebastian Müller-Rolli
Erziehung als Kommunikationsprozess?

Samstag, 12. Januar, 10.30h Hegelhaus

Prof. Dr. Sebastian Müller-Rolli: Erziehung als Kommunikationsprozess?

Die These, dass es Erziehung auch mit Kommunikation zu tun habe, leuchtet leicht ein. Alle Menschen sind, wie auch immer, erzogen worden und haben ihre eigenen Gedanken über das, was unter dem Wort Erziehung zu verstehen ist. Dem Alltagsverständnis von Erziehung stehen aber gegenüber wissenschaftliche Erklärungen, was die Bezeichnungen Erziehung und Kommunikation bedeuten. Wie lassen sich Alltagsverständnis und wissenschaftliches Verständnis aufeinander beziehen?

Hinter den Bezeichnungen Erziehung und Kommunikation verbergen sich verschiedene Modelle und zwar im Alltag wie in der Wissenschaft. Darum wird von Erziehungsmodellen und Kommunikationsmodellen gesprochen. Doch was sagen solche Modelle aus? Worin unterscheiden sich diese Modelle? Was haben sie gemeinsam? Diese Fragen sollen beantwortet werden. Dies geschieht auf der Grundlage des erkenntnistheoretischen Ansatzes von Gregory Bateson.

Sebastian Müller-Rolli war bis 2010 Professor für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Ludwigburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Sozialgeschichte der Erziehung sowie Geschichte und Theorie der Erziehungswissenschaft. 2012 erschien von ihm „Erziehung und Kommunikation: von Rousseau bis heute“.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Dr. Boris Wandruszka
Warum hat der Mensch Religion? – Religionspsychologische und religionsphilosophische Überlegungen zum „religiösen Apriori“ des Menschen

Samstag 22. Dezember, 10.30  Hegelhaus

Dr. Boris Wandruszka: Warum hat der Mensch Religion? – Religionspsychologische und religionsphilosophische Überlegungen zum „religiösen Apriori“ des Menschen

 

Es gab Zeiten in der Wissenschaft, da hat man die Religion grundsätzlich als ein abgeleitetes Phänomen betrachtet, das keinen Sinn und keinen Wert in sich hat, sondern irgendeine psychologische oder gesellschaftliche Funktion erfüllt, meistens – wie im Falles des „Opiums fürs Volk“ – eine „negative“, sprich verschleiernde, verdrängende, trügerische Funktion.

Der Vortrag versucht zu zeigen, dass Religiösität, die sich in allen, auch den frühesten Kulturen findet, keineswegs ein Zeichen „verblendeten Bewusstseins“ (Adorno) ist, dass vielmehr in der Religion eine ursprüngliche Seinsdimension, ein fundamentales Bedürfnis zum Ausdruck kommt, das tief im Wesen des Menschen verankert ist und Entscheidendes zur Stellung des Menschen im Kosmos mitteilt.

Dabei ist klar, dass auch das Religiöse, wie jede menschliche Kulturerscheinung, verfallen und sich gegen das Menschliche kehren kann.

Boris Wandruszka promovierte in Medizin und Philosophie; er ist Arzt und Psychotherapeut mit eigener Praxis in Stuttgart. – Buchveröffentlichungen: „Der Traum und sein Ursprung – eine neue Anthropologie des Unbewussten“ (2008), „Philosophie des Leidens – zur Seinsstruktur des pathischen Lebens“ (2009).

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

P.M.
Kartoffeln und Computer – Märkte durch Gemeinschaften ersetzen

Dienstag, 18. Dezember, 19.30  Hegelhaus

P.M.: Kartoffeln und Computer – Märkte durch Gemeinschaften ersetzen

Während schon fast Konsens darüber besteht, dass wir aus dem gegenwärtigen Wirtschaftssystem heraus müssen, ist noch nicht klar, wie das geschehen soll. Der Kapitalismus kann nicht einfach durch ein anderes System, eine Alternativökonomie, ersetzt werden, denn einer seiner Fehler ist ja gerade, dass er ein einheitliches System ist, das sich über alle natürlichen und menschlichen Besonderheiten hinwegsetzt und alles über denselben Kamm schert.
Der Schweizer Schriftsteller P.M. plädiert stattdessen für ein Besinnen auf die Gemeinschaften: Leben kann nur gemeinsam gestaltet werden. Die Zukunft liegt in den „Commons“, also in Arrangements zur Herstellung und Erhaltung von gemeinsam genutzten Ressourcen. P.M. zeigt sehr konkret und detailliert, wie der Kapitalismus abgelöst werden kann, wie Gemeinschaften Märkte ersetzen können: eine Gebrauchsanweisung für das Gemeinglück.
P.M. schreibt in seinem neuen Buch „Kartoffeln und Computer“ (Nautilus-Verlag): „Solch ein kultureller Pluralismus wird unsere Überlebenschancen drastisch erhöhen und ganz nebenbei viel mehr Freude in unser Leben bringen. Die nötigen Investitionen sind minimal: Es kostet uns nur den Verzicht auf simple Weltbilder und lieb gewonnene Überzeugungen.“

P.M. hat eine Reihe von Romanen, Spielen und Sachbüchern verfasst, die sich meist mit gesellschaftlichen Alternativentwürfen beschäftigen: „Die Schrecken des Jahres 1000“ (1996), „Subcoma“ (2000), „Neustart Schweiz“ (2009). Seit jeher widmet sich P.M. urbanistischen Themen. Er hat in Zürich bei der Gründung von alternativen Wohngenossenschaften aktiv mitgewirkt.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. ein Glas Hegelwein

in Kooperation mit Stuttgart Open Fair

 

Hartwig Mager
Probleme aus der Philosophie der Mathematik

Samstag 15. Dezember, 10.30  Hegelhaus

Hartwig Mager: Probleme aus der Philosophie der Mathematik

 Die in den letzten drei Jahrhunderten ermöglichte Naturbeherrschung ist ohne die Mathematik nicht vorstellbar. Das sollte Anlass sein, über die mathematische Denkweise nachzudenken. Ein Blick auf die Entstehung und Entwicklung des mathematischen Denkens wird unvermeidbar sein.  Daher werden die  Anfänge der griechischen Mathematik, das Auftauchen der Probleme des Unendlichen und des Irrationalen, die Idealzahlen, Grundgedanken des Platonismus und  Nominalismus punktuell erörtert.  Die Fortentwicklung zur formalen Mathematik der Gegenwart und ihre Probleme werden an einfachen Beispielen dargestellt.

Getreu dem Spruch von Wilhelm Busch: „Zwei mal zwei gleich vier ist Wahrheit. // Schade, dass sie leicht und leer ist. // Denn ich wollte lieber Klarheit // über das, was voll und schwer ist.

 Hartwig Mager studierte Mathematik, Physik und Philosophie. Danach war er bis zu seiner Pensionierung im Schuldienst tätig.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

 

 

 

Dr. h.c. Joel Berger
Ist Judentum eine Religion?

Dienstag, 4. Dezember, 19.30 Hegelhaus

Dr. h.c. Joel Berger: Ist Judentum eine Religion?

 Der Begriff Religion, als „eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller Phänomene“ stammt aus dem christlichen Kontext und stimmt daher mit jüdischen Vorstellungen nicht überein. Ähnlich sieht es mit dem Begriff Konfession aus, der in der Theologie die „Zusammenfassung christlicher Glaubenssätze“ darstellt.

Daher müsste die Fragestellung, damit ein Rabbiner darauf eine Antwort geben kann, lauten: Ist ein Judentum oder Judesein ohne Glauben, Tora und Mitzwot (verbindliche Gebote) vorstellbar? 

 Joel Berger, geb. 1937 in Budapest, wo er von dem schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg aus dem „Internationalen Ghetto“ gerettet wurde; emigrierte 1968 nach Deutschland. Er war u.a. Landesrabbiner für Württemberg und Dozent am Ludwig-Uhland-Institut der Universität Tübingen.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. ein Glas Hegel- bzw. Hölderlinwein

 

 


Frank Ackermann
Die Beweise vom Dasein Gottes – Teil III: Der ontologische Beweis

Samstag 1. Dezember, 10.30  Hegelhaus

Frank Ackermann: Die Beweise vom Dasein Gottes – Teil III: Der ontologische Beweis

Die Beweise vom Dasein Gottes bildeten den Stolz der Philosophie – bis Kant sie der Kritik unterzog und er überhaupt das theoretische Erkennen auf Erfahrungsgegenstände begrenzte. Seitdem standen die metaphysischen Gottesbeweise in ziemlicher Missgunst, und erst in der jüngsten Vergangenheit hat sich das Blatt wieder gewendet. Ein entscheidender Anstoß ging dabei von unerwarteter Seite aus: Dem berühmten Mathematiker Kurt Gödel gelang es, den sog. „Ontologischen Gottesbeweis“ (von Descartes) nach Art eines exakten mathematischen Kalküls zu führen – und bislang ist es noch keinem gelungen, diesen Beweis zu widerlegen. Dies führte zu der Einsicht, dass die Gottesbeweise weniger religiöse, als vielmehr Fragen der Logik, der Erkenntnistheorie und der Kosmologie betreffen.

Ich halte mich bei der Darstellung der drei Beweise, die übrigens frappierend einfach sind, an die Darstellung Kants, der ihnen auch die heute üblichen Namen gab.

Wer sich in das Thema einlesen möchte, kann dies anhand des Buches „Gottesbeweise“ (Suhrkamp 2011, hg. von G. Kreis u. J. Bromand) tun, das eine Zusammenstellung der klassischen Texte von Anselm bis Gödel enthält.

 Frank Ackermann initiierte und leitet das „Philosophische Café im Hegelhaus“. – Zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt die vier Bände „Kant, Goethe, Schiller, Hegel – 100 Gedanken und Aussprüche“ (Peter Grohmann-Verlag).

 Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Eunike Engelkind
Kaspar – ein Solo-Schauspiel – Zum 200. Geburtstag des Erbprinzen von Baden

Dienstag 27. November, 19.30 Hegelhaus

Eunike Engelkind: Kaspar – ein Solo-Schauspiel

Zum 200. Geburtstag des Erbprinzen von Baden

 Was geht in einer Mutter vor, deren Sohn plötzlich für tot erklärt wird? Das unsichtbare Band zwischen sich spürend, begibt sie sich auf die Suche, mit der Frage, was den Menschen wesentlich macht? Wer begegnet ihr in der Gestalt des Jünglings von Nürnberg, Kaspar Hauser genannt?

Stephanie Großherzogin von Baden, geb. de Beauharnais, Adoptivtochter Napoleons und Mutter des 1812 geborenen Prinzen von Baden, spannt einen Bogen ihres Leben, beginnend bei der Französischen Revolution und lädt ein, Anteil zu nehmen an ihrem wie auch am Geschick ihres Sohnes.

Über Stephanie schrieb Rahel Varnhagen von Ense: „Der einzige metaphysische Kopf, den ich je unter Frauen kennen lernte, ist die Großherzogin Stephanie von Baden. Unter allen Umständen zum Denken aufgelegt und fähig sich in jedem Augenblicke dahin zu versetzen.“

Eunike Engelkind ist Schauspielerin und verfasst eigenständige Solo-Stücke, u. a. „Das Käthchen von Heilbronn“, „Mignon – aus Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre“, „Die weiße Rose – über Sophie Scholl und die Widerstandsbewegung“.

 Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. ein Glas Hegel- bzw. Hölderlinwein
 

Rüdiger Vaas
Higgs, SUSY und die Weltformel – Neues aus der Teilchenphysik

Samstag 24. November, 10.30  Hegelhaus

Rüdiger Vaas: Higgs, SUSY und die Weltformel – Neues aus der Teilchenphysik

Mit immer größeren Instrumenten dringen Wissenschaftler in das bizarre Reich des Allerkleinsten vor, simulieren die Verhältnisse zum Zeitpunkt von weniger als einer Milliardstel Sekunde nach dem Urknall, erzeugen neue Teilchen und fahnden nach einer Urkraft, die alles vereinigt. Am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf schießt der Large Hadron Collider (LHC) gegenwärtig Protonen oder Blei-Atome mit fast Lichtgeschwindigkeit aufeinander. Er ist der größte und leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger, den die Menschheit je errichtet hat, und die komplizierteste Maschine aller Zeiten. Der Vortrag erklärt die neuesten Erkenntnisse – vor allem auch die Bedeutung des ominösen Higgs-Teilchens, das der Materie ihre Masse verleiht.

Rüdiger Vaas (siehe auch 17.11.) ist Autor der populärwissenschaftlichen Bücher „Hawkings Kosmos einfach erklärt“ sowie „Tunnel durch Raum und Zeit“ (Kosmos-Verlag) und Mitherausgeber des Fachbuchs „The Arrows of Time“ (Springer).

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Peter Schlack liest aus seinem neuen Gedichtband – mit BaßSpielereien von Peter Schönfeld

Dienstag 20. November, 19.30 Hegelhaus

Peter Schlack liest aus seinem neuen Gedichtband – mit BaßSpielereien von Peter Schönfeld

 Nach 21 Jahren erschien in diesem Frühjahr wieder ein Gedichtband des Mundartautors und bildenden Künstlers Peter Schlack: „Aber heb mòl an Luftzug“ (Silberburg Verlag Tübingen). Gedichte um Stimmungen, Lebenserfahrungen, Kinderreime, philosophische Fragestellungen und um die Natur sowie elegante schwäbisch-englische Jazzgedichte sind in diesem Band versammelt.

Der Bassist Peter Schönfeld wird die Lesung mit „Spielereien“ begleiten.

Peter Schlack gehört zu den Begründern der „Neuen Mundart“ in Schwaben. Sein erstes Bändchen mit sprachspielerischen Gedichten „Urlaut“ erschien 1973. Seine

„Gablenberger Gschichta“ (1999) erschienen als Buch und CD, und für eine weitere CD „So sotts sae – Mundart und Jazz“ bekamen er und das Trio des Arts 1996 den Kleinkunstpreis des Landes Baden-Württemberg.

 Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. ein Glas Hegel- bzw. Hölderlinwein

 

Rüdiger Vaas
Gott und Gehirn – Grundlagen und Grenzen der Neurotheologie

Samstag 17. November, 10.30  Hegelhaus

Rüdiger Vaas: Gott und Gehirn – Grundlagen und Grenzen der Neurotheologie

 Wenn Menschen religiöse Empfindungen erleben oder Aussagen für wahr halten, sind bestimmte Gehirnbereiche aktiv. Hirnforscher, Kognitionspsychologen und Psychiater und „Neurotheologen“ erkunden die Grundlagen des Glaubens und entdecken, was im Kopf gläubiger und religionsfreier Menschen vor sich geht. Über die erstaunlichen Ergebnisse dieses noch jungen und kontroversen Forschungsfelds der „Neurotheologie“ berichtet der Vortrag. Dabei werden auch die buchstäblich elektrisierenden Experimente zur künstlichen Erzeugung von „Gottes Präsenz“ und zur Leichtgläubigkeit vorgestellt sowie die mutmaßlichen Gehirnaktivitäten von Religionsstiftern. Ist Gott ein Hirngespinst oder gibt es im Kopf eine Hotline zum Himmel?

Rüdiger Vaas (siehe auch 24.11.) ist Autor der Bücher „Schöne neue Neuro-Welt“ sowie „Gott, Gene und Gehirn“ (Hirzel-Verlag).

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Eckart Frahm
Die schönsten schwäbischen Gedichte von Sebastian Blau

Dienstag 13. November, 19.30 Hegelhaus

Eckart Frahm: Die schönsten schwäbischen Gedichte von Sebastian Blau

Sebastian Blau war das Pseudonym von Josef Eberle, der im Tagblatt-Turm, vis-à-vis vom Hegelhaus, die „Stuttgarter Zeitung“ gründete und herausgab.

Unter dem Titel „So isch noh au wieder…“ (Klöpfer & Meyer Verlag) hat Eckard Frahm, Herausgeber der Sebastian-Blau-Gesamtausgabe, die schönsten schwäbischen Gedichte ausgewählt und zusammengestellt.

Eckart Frahm wird die Besonderheiten des großen schwäbischen Mundartdichters, des „Wohllautmalers aus Sprachweh“ aufzeigen, ein Rezitator die Gedichte zum Klingen bringen.

Eckard Frahm ist Dozent am Ludwig-Uhland- Institut der Universität Tübingen, Leiter der Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“; er betreut die umfangreichste Sammlung historischer Tonbandaufnahmen schwäbischer Dialekte und veröffentlichte zahlreiche Bücher und Artikel zur Kulturgeschichte Württembergs.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. ein Glas Hegel- bzw. Hölderlinwein

Dr. Ulrich Diehl
Philosophie und Religion bei Karl Jaspers

Samstag 10. November, 10.30  Hegelhaus

Dr. Ulrich Diehl: Philosophie und Religion bei Karl Jaspers

In seinem frühen Hauptwerk Philosophie (1932) behandelt Karl Jaspers die Frage, wie sich die Philosophie nicht nur von Wissenschaft und Kunst, sondern auch von Religion unterscheidet. Während einige der überlieferten Philosophien im Laufe ihrer Ideen- und Kulturgeschichte mit verschiedenen Religionen verbunden waren, steht nach Jaspers jedoch die Philosophie, als einer nach allgemeingültiger Wahrheit suchenden und fragenden Disziplin, mit dem Ausschließlichkeitsanspruch der meisten Religionen im Widerstreit. Jaspers spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem notwendigen „Kampf zwischen Philosophie und Religion“.

Gilt dies für alle Religionen und Konfessionen in gleicher Weise? Kann dieser Kampf im gegenseitigem Respekt ausgetragen werden? Ist eine „Vermittlung“ oder „Versöhnung“ zwischen der Philosophie und zumindest einigen Religionen und Konfessionen möglich? Kann jemand, der voll und ganz einer Religion oder Konfession angehört, dann überhaupt noch wirklich philosophieren?

Ulrich Diehl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Karl-Jaspers-Editions-Projekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Studium der Philosophie, Ev. Theologie, Religions- und Wissenschaftsgeschichte an der Universität Heidelberg und an der Indiana University in Bloomington. –  Systematische Schwerpunkte: Philosophische Anthropologie und Psychologie, Ethik und Religionsphilosophie sowie Ethik in der Medizin und Psychiatrie.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Gerhard Raff zu Besuch bei Hegel

Dienstag 6. November, 19.30 Hegelhaus

Gerhard Raff zu Besuch bei Hegel

Die Veranstaltungsreihe „Hölderlin zu Besuch bei Hegel“ startete in Gerhard Raffs (überfüllter) Scheuer, jetzt kommt der bekannte Landeshistoriker und „meistgelesene Dialektautor der Gegenwart“ (DVA) von Degerloch herunter und tritt gewissermaßen den Gegenbesuch im Hegelhaus an.

Da das heutige Datum der 258. Geburtstag des „dicken Friedrich“, des ersten württembergischen Königs von Napoleons Gnaden und der 462. Todestag des von Wilhelm Hauff so verklärten Reformationsherzogs Ulrich ist, wird Gerhard Raff mit einem Exkurs über Kaiser und Könige, Bürger und Bauern eröffnen, um dann aus seinem Benefiz-Bestseller „Die Gschicht vom Mose ond de Zehn Gebot“ zu lesen – und schließlich aus seiner Oktober-Neuerscheinung: „Schwäbische Juwelen“.

Gerhard Raff macht seine „freche Gosch“ ausschließlich für Benefiz-Veranstaltungen auf. Der Eintritt ist also frei; eine Spende zugunsten der AnStifter ist erbeten.

Wegen der begrenzten Platzzahl im Hegelhaus ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich. Entweder im Hegelhaus, Tel. 216- 96410 oder per Email: hegelhaus@web.de

Frank Ackermann
Die Beweise vom Dasein Gottes – Teil II: Der kosmologische Beweis

Samstag 3. November, 10.30  Hegelhaus

Frank Ackermann: Die Beweise vom Dasein Gottes – Teil II: Der kosmologische Beweis

 Die Beweise vom Dasein Gottes bildeten den Stolz der Philosophie – bis Kant sie der Kritik unterzog und er überhaupt das theoretische Erkennen auf Erfahrungsgegenstände begrenzte. Seitdem standen die metaphysischen Gottesbeweise in ziemlicher Missgunst, und erst in der jüngsten Vergangenheit hat sich das Blatt wieder gewendet. Ein entscheidender Anstoß ging dabei von unerwarteter Seite aus: Dem berühmten Mathematiker Kurt Gödel gelang es, den sog. „Ontologischen Gottesbeweis“ (von Descartes) nach Art eines exakten mathematischen Kalküls zu führen – und bislang ist es noch keinem gelungen, diesen Beweis zu widerlegen. Dies führte zu der Einsicht, dass die Gottesbeweise weniger religiöse, als vielmehr Fragen der Logik, der Erkenntnistheorie und der Kosmologie betreffen.

Ich halte mich bei der Darstellung der drei Beweise, die übrigens frappierend einfach sind, an die Darstellung Kants, der ihnen auch die heute üblichen Namen gab.

Wer sich in das Thema einlesen möchte, kann dies anhand des Buches „Gottesbeweise“ (Suhrkamp 2011, hg. von G. Kreis u. J. Bromand) tun, das eine Zusammenstellung der klassischen Texte von Anselm bis Gödel enthält.

Frank Ackermann initiierte und leitet das „Philosophische Café im Hegelhaus“. – Zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt die vier Bände „Kant, Goethe, Schiller, Hegel – 100 Gedanken und Aussprüche“ (Peter Grohmann-Verlag).

 Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Dr. Tilo Klaiber
„Emile“ – Rousseaus Erziehungsphantasien

ZUM 300. GEBURTSTAG ROUSSEAUS

Samstag 27. Oktober, 10.30  Hegelhaus

Jean-Jacques’ „Träumereien“ über Erziehung wirkten zu seiner Zeit ebenso spektakulär wie sein „Gesellschaftsvertrag“. Liest man sie wieder, kann man immer noch Verstörendes und Nachdenkenswertes entdecken:

Müssen private und öffentliche Erziehung notwendigerweise auseinanderfallen?

Gibt es die richtigen Zeitfenster für die Kultivierung der Sinne, der Gefühle, des Intellekts, ja: des Glaubens? Repariert Pädagogik nur Defizite des Zeitgeistes oder hegt sie zurecht eine Utopie vom authentischen Individuum?

Provozierend bleibt nicht zuletzt Rousseaus Behauptung, eine „negative Erziehung“ sei Voraussetzung für politikfähige Bürger.

Tilo Klaiber lebt und arbeitet in Stuttgart als Lehrer und in der Lehrerfortbildung; unterrichtet Fachdidaktik Philosophie/Ethik an der Universität Stuttgart; Promotion über Rousseau: Ce triste Système – anthropologisches System und poetische Suche in Rousseaus autobiographischen Schriften; Aufsätze über Kant, Mill, Nietzsche, Metaphern in der Philosophie.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf


Peter Grohmann
Erich Schairer – Querdenker, Philosoph, Theologe, radikaler Pazifist

ZUM 125. GEBURTSTAG VON ERICH SCHAIRER

Dienstag, 23. Oktober, 19.30, Hegelhaus

Erich Schairer, geb. am 21. Oktober 1887 in Hemmingen, war in den Jahren nach dem Krieg einer der Herausgeber der „Stuttgarter Zeitung“. Er setzte sich – nach

Jahren der Verfolgung zwischen 1933 und 1945 – vehement für eine freie, demokratische und unabhängige Presse ein.

Erich Schairer promovierte über „Friedrich Christian Daniel Schubart als politischer Journalist“, war selbst Journalist, Publizist und Herausgeber der „Sonntags-Zeitung“ (1925 bis 1937) und eckte mit seiner Haltung immer wieder an. Sein Credo: „Kämpft gegen Kirchentum, Kapitalismus, Krieg und Gewaltherrschaft, für Geistesfreiheit, Gemeinwirtschaft, Gerechtigkeit und Frieden“ nimmt Peter Grohmann zum Anlass, Erich Schairer, seine Arbeit und seine Schriften im Hegelhaus vorzustellen.

Vor Beginn des Vortrags wird zu einem kleinen Geburtstagsumtrunk im benachbarten überdachten Lichthof des Tagblatt-Turms eingeladen (19 h).

Peter Grohmann ist Autor und Kabarettist, Gründer und Koordinator des Bürgerprojekts „Die AnStifter“.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. ein Glas Hegel- bzw. Hölderlinwein

Prof. Dr. Michael Weingarten
Rousseau und die Musik

ZUM 300. GEBURTSTAG ROUSSEAUS

Samstag 20. Oktober 2012, 10.30  Hegelhaus

Dass Rousseau sich intensiv – wenn auch, wie er selbst sagt, als Laie – mit Musik beschäftigt hat, ist immer noch wenig bekannt. So beschäftigte er sich mit dem Verhältnis von Musik und Sprache sowie insbesondere mit der Entwicklung der Oper von der feudalen Repräsentationskunst zur bürgerlichen Form. Gerade diesem letzteren Aspekt wird im Vortrag – immer verbunden mit einem Seitenblick auf
Mozart – nachgegangen werden.

 Michael Weingarten lehrt Philosophie an den Universitäten Stuttgart und Marburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Dialektik und Sprachphilosophie sowie Politische und Sozial-Philosophie.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

 

Ulrike Quast & Hartmut Dorschner
Wo die Nächte zum Tage werden – Eine ungewöhnliche Lesung mit zeitgenössischer Musik

Freitag, 19. Oktober, 19.30 Hegelhaus

Ulrike Quast liest aus ihrem Buch Kurzmärchen, skurrile Fabeln und wundersame Parabeln. Die Geschichten handeln von allerlei geheimnisvollen Gestalten, von Tieren, personifizierten Gegenständen und Menschen, die auf der Suche sind. Sie gehen ihren Weg, um ihre Bestimmung zu finden und um ihre Sehnsüchte zu erfüllen. Wer die Geschichten hört, wird manchmal schmunzeln, manchmal grübeln, aber vor allem wird er sich selber wiederfinden.
Der Komponist und Saxophonist Hartmut Dorschner „illustriert“ die Lesung einfühlsam, lebendig und mit virtuosem Spiel. Immer wieder entlockt er seinem Instrument bizarre Töne und Laute, sanfte und kraftvolle Sequenzen und verleiht seinem Saxophonspiel einen lautmalerischen Akzent. Der Zuhörer wird Momente erleben, in denen Worte und Musik ineinander übergehen und zu einem Gesamtwerk verschmelzen.

Ulrike Quast lebt in Dresden; freiberufliche Dozentin, Autorin zahlreicher Artikel und mehrerer Bücher, Folk-Musikerin und Songwriterin; promovierte in Pädagogischer Psychologie. – Hartmut Dorschner lebt gleichfalls in Dresden; freiberuflicher Komponist für zeitgenössische Musik, Jazz-Musiker, Saxophonist und Dozent, zahlreiche Kompositionsaufträge im In- und Ausland.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. ein Glas Hegel- bzw. Hölderlinwein

Frank Ackermann
Die Beweise vom Dasein Gottes – Teil I: Der physikotheologische Beweis

Samstag 6. Oktober, 10.30  Hegelhaus

Die Beweise vom Dasein Gottes bildeten den Stolz der Philosophie – bis Kant sie der Kritik unterzog und er überhaupt das theoretische Erkennen auf Erfahrungsgegenstände begrenzte. Seitdem standen die metaphysischen Gottesbeweise in ziemlicher Missgunst, und erst in der jüngsten Vergangenheit hat sich das Blatt wieder gewendet. Ein entscheidender Anstoß ging dabei von unerwarteter Seite aus: Dem berühmten Mathematiker Kurt Gödel gelang es, den sog. „Ontologischen Gottesbeweis“ (von Descartes) nach Art eines exakten mathematischen Kalküls zu führen – und bislang ist es noch keinem gelungen, diesen Beweis zu widerlegen. Dies führte zu der Einsicht, dass die Gottesbeweise weniger religiöse, als vielmehr Fragen der Logik, der Erkenntnistheorie und der Kosmologie betreffen.

Ich halte mich bei der Darstellung der drei Beweise, die übrigens frappierend einfach sind, an die Darstellung Kants, der ihnen auch die heute üblichen Namen gab.

Wer sich in das Thema einlesen möchte, kann dies anhand des Buches „Gottesbeweise“ (Suhrkamp 2011, hg. von G. Kreis u. J. Bromand) tun, das eine Zusammenstellung der klassischen Texte von Anselm bis Gödel enthält.

Frank Ackermann initiierte und leitet das „Philosophische Café im Hegelhaus“. – Zahlreiche Buchveröffentlichungen, zuletzt die vier Bände „Kant, Goethe, Schiller, Hegel – 100 Gedanken und Aussprüche“ (Peter Grohmann-Verlag).

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf

Annette Keles
„Das Unbehagen in der Kultur“ (Freud) – Entfremdete Kommunikation und fiktive Teilhabe

Samstag 29. September, 10.30  Hegelhaus

Die Bedeutung des Themas in der gesellschaftlichen Praxis spiegelt sich in den entfalteten Formen des technisch gesteuerten Sprechens und Handelns – Stichwort: Social Media.

Der Vortrag geht von der großen Bedeutung der Marxschen Theorie für den Erklärungszusammenhang aus und nimmt die nachmarxistische Diskussion auf, die vor allem in den Diskursen des frz. Poststrukturalismus erfolgte. Neuere soziologische Überlegungen, wie der body turn und die Forschungen zu posttraditionalen Gemeinschaften werden einbezogen.

Annette Keles ist Diplom-Soziologin und Dozentin an der Dualen Hochschule Stuttgart. Sie ist IT-Expertin und promoviert über die psycho-sozialen Folgen der Nutzung von Social Media.

Kostenbeitrag: je 8 Euro incl. Kaffee/Brezeln oder Hefezopf