Alle Beiträge von Peter Grohmann

Über Peter Grohmann

Peter Grohmann, Jahrgang 1937, Breslauer Lerge, über Dresden auf d' Alb, dann runter nach Stuttgart: Schriftsetzer und Kabarettist, Autor und AnStifter gegen Obrigkeitsstaat und Dummdünkel. Mitgründer: Vom Club Voltaire übers undogmatische Sozialistische Zentrum, vom Theaterhaus zu den AnStiftern. Motto: Unruhe ist die erste Bürgerinnenpflicht. Was ärgert Grohmann? Alle, die den Arsch nicht hochkriegen, aber dauernd meckern. Und an was erfreut er sich? An Lebensfreude und Toleranz

Neujahrsempfang der AnStifter

So, 28. Januar, 16 h, Kulturinsel Cannstatt

(Führung durchs Gelände ab 15:30 h)

Öffentlicher

Neujahrsempfang

der AnStifter

Musik mit Capella Rebella

und Frank Eisele, Akkordeon

Getränke + Essen, Kabarett, Gespräche

mit Dr.Annette Ohme-Reinicke, AnStifter

Joachim Petzold, Kulturinsel

Peter Grohmann + Peter Mielert:

Zur Sache, Schätzchen: Stadt + Welt

Unkostenbeitrag 10 EU mit Suppe + Brot

Güterstraße 4, vis a vis Stadtarchiv

(vom Bahnhof Cannstatt 6 Min)

Anmelden wär‘ sehr nett: kontakt@die-anstifter.de

 

 

 

Drecksloch und Einheitsfront

Und weil der Mensch ein Mensch ist,
drum braucht er was zum Essen, bitte sehr!
Es macht ihn ein Geschwätz nicht satt,
das schafft kein Essen her.

Dieses Lied von der Arbeitereinheitsfront hatte es meiner Omi Glimbzsch in Zittau angetan, drum links, zwei drei, vielleicht mit Sarah Wagenknecht, Jürgen Trittin und Hilde Mattheis? Mit der Einheit haben sich die Roten immer schwer getan. In der guten, alten Zeit wurde ausgeschlossen, wer nicht parierte, oder kaltgestellt, bei den Kommunisten ging’s noch herber zu: Knast. So hielt man Widerstand und Demokratie in Grenzen und die Einheitsfront am Laufen. Heute geht es gesitteter zu. Willy Brandts Berufsverbote sind Legende. Aber die Kommentatoren der Medien scheinen sich doch noch an das alte Brecht-Lied zu erinnern: Wer die Segnungen der GroKo anzweifelt, wird durch die Bank ins Abseits gestellt. Dabei geht’s im Grund genommen ums Soziale, ums Dach überm Koppe, ums Essen, denn „es macht ihn ein Geschwätz nicht satt…“.
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Brot & Bomben für die Welt

Eine Flugschrift der AnStifter aus der DenkMacherei

Liebe Leute,

die Zeit hat’s in sich: 50 Jahre 1968 – die Stuttgarter Zeitung widmete den 68ern gleich eine niveauvolle Überschrift: „Die Protestidioten“ (StZ, 31.12.2017), spricht vom „selbstgerechten Mitte-links-dominierten Gründungsmythos“ und „Umerziehung in Sachen Nationalsozialismus“. So weit zum Leidmedium in der Region.

Hölderlins 175. Todestag wär‘ zu erwähnen, die Notstandsgesetze, der 100. Geburtstag von Nelson Mandela, der Einmarsch von Warschauer-Pakt-Truppen in die CSSR, der 80. Jahrestag der Reichspogromnacht, der 200.Geburtstag von Karl Marx, die Volksrepublik Württemberg 1918, und erst vor 85 Jahren wurde den Nazis die Macht übergeben. Wir kooperieren und lassen von uns hören, aktuell immer auf www.die-anstifter.de

Aktuell bereiten wir uns mit unseren Partnern auch auf die große Rüstungsmesse ITEC vor. In Köln vertrieben, haben die 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt Asyl auf der Stuttgarter Messe gefunden, vom 15.-17. Mai 2018. Wir wollen stören.

Mehr zu diesem und jenem, zu Pro & Contras bei unseren Veranstaltungen, dem Hannah-Arendt-Institut für politische Gegenwartsfragen, beim Philosophischen Cafe im Hegelhaus, der Stiftung Geißstraße 7 und beim Neujahrsempfang der AnStifter am Sonntag, 28. Januar 2018 in der „Kulturinsel Cannstatt“ (Güterstraße 4, vis-a-vis Stadtarchiv). Musik und Film, Rote Würscht und das scharfe vegane hinterindische Linsensüppchen, dazu Redereien, Kabarett, Infos, Gespräche. Mit Suppe 10 Euro. Damit nix anbrennt oder überläuft, bitten wir um kurze Rückmeldung.

In diesen Tagen haben wir uns auch mit einer Spendenbescheinigung für Ihre milden Gaben und vom Munde abgesparten Zuwendungen bedankt. Wenn wo was nicht richtig ist oder fehlt, schreiben Sie uns bitte, wir bessern nach! Und falls Sie versehentlich noch nix ins Kässle geworfen haben, klick, hier geht’s zum Spenden!

Herzliche Grüße von Ihrem Team aus der DenkMacherei.

Es wird Zeit, dass wir uns wiedersehen!

Sage, was du denkst

„Das Recht zu sagen und zu drucken, was wir denken, ist eines jeden freien Menschen Recht, welches man ihm nicht nehmen könnte, ohne die widerwärtigste Tyrannei auszuüben. Dieses Vorrecht kommt uns von Grund auf zu; und es wäre abscheulich, dass jene, bei denen die Souveränität liegt, ihre Meinung nicht schriftlich sagen dürften.“ Voltaire

Wenn Menschen nicht mehr „an die Politik“ glauben, dann auch deshalb, weil sie (wie Hannah Arendt) ahnen, dass Politik die einzige Möglichkeit ist, die Welt zu verändern. Politik muss mithin mit Handlungsfähigkeit und mit Hoffnung auf eine andere Zukunft zu tun haben. Und damit auch mit Empathie. Im politischen Handeln wird das Mitleid(en) zu Zorn und richtet sich auf die Ursache des Mitleids: die Ungerechtigkeit. Ganz in diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Euch ein hoffnungsfrohes, friedliches, streitbares neues Jahr!

Mo, 15.Januar, 18 Uhr: Die 400. Montagsdemo. Hauptbahnhof. Hingehen, Hinsehen, Debattieren

Do, 18. Januar, 19 Uhr – Mythos 68 – was bleibt: Gretchen Klotz-Dutschke, Peter Grohmann. Haus der Geschichte

Do, 18. Januar, 19:30 h: Politische Schlagwörter heute: Was meint eigentlich politische Verantwortung? HAIS, AnStifter, Stiftung Geißstraße 7

Fr, 19. Januar, 19 Uhr + Samstag, 20. Januar, 14 – 18 Uhr – Zweites Forum zivilgesellschaftliche Initiativen: Wir wollen wir wirtschaften? Welchen Zielen soll die Wirtschaft dienen? Was bedeutet „Wohlstand“ für uns? Was bedeutet „Arbeit“ für uns? Mehr Wohlstand für alle? Württembergischer Kunstverein / Kunstgebäude
Das Gesamtprogramm. 2. Forum zur Zivilgesellschaft: Vernetzen!

Sa, 20. Januar, 10:30 Uhr – Philosophisches Café der AnStifter, Hegelhaus: Prof. Dr. Michael Weingarten: Platons Parmenides-Dialog.

Angel- und Fixpunkt, Kulturinsel, Loretta! Dem Lichtblick im Feinstaub droht die Schließung – Profit vor Kultur. Unterschreibt die Petition Loretta muss bleiben oder schickt uns eine Solidaritätsadresse. Loretta muss bleiben!

(mehr: vgl. Termine)

Freunde, schönstes Götterflunkern!

Wunderbar! Er hat ihn auflaufen lassen, den Despoten vom Bosporus. Weiter so, Monsier Macron! Dietmar Gabriel seinerseits bestreitet, dass er niemals Panzer gegen Journalisten tauschen will, und das alles ohne neue Regierung.

Die gute Nachricht zuerst: Gemeinsam wollen CDU, SPD und CSU einen neuen politischen Stil praktizieren, verraten aber natürlich nicht, (wegen Abkupfern!), worin der besteht. Möglich wäre das Debattieren ohne Flunkern und Scheuklappern – und eben deshalb möchten Grüne und Gelbe die Selbstjustiz nicht in die Hände von Facebook oder Twitter legen und das Internet-Löschgesetz abschaffen. Freilich – andernorts kann man nicht einmal mehr der Polizei so recht über den Weg trauen, vor allem, wenn es dunkelt in Dessau. Nachts sind alle Katzen schwarz. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer will an der Braunkohle festhalten, aber Flüchtlinge außen vor lassen. Das passt, wenn es je wieder zu Neuwahlen kommen sollte. Bis dahin wird man wohl an der Erklärung der Menschenrechte noch manches finden, was nicht ins rechte Bild passt.
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Forum Zivilgesellschaftiche Initiativen

2. Forum zivilgesellschaftliche Initiativen – Freitag, 19. Januar | 19:30 | Samstag, 20. Januar | 18:00
Unter dem Motto Allianzen schmieden finden zwischen Dezember 2017 und April 2018 vier Veranstaltungen zum Forum zivilgesellschaftliche Initiativen Stuttgart statt: In Workshops, Plenen und begleitet von Impulsvorträgen, sollen entlang spezifischer gesellschaftspolitischer Themen, wie  z.B. Klimawandel, Migration, Technologieentwicklungen, neue Familienmodelle u.v.m., Fragen der Mitgestaltung von und Verantwortung für die (Stadt-)Gesellschaft erörtert und diskutiert werden. Nach dem ersten informellen Forum vom 2. Dezember 2017, bei dem sich 21 lokale Initiativen vorstellten, beginnen die im Januar und Februar 2018 stattfindenden Foren jeweils mit einem Impulsvortrag, dessen Themen auch am Folgetag in begleitenden Workshops vertieft werden.
 
Freitag, 19. und Samstag, 20. Januar 2018: Im 2. Forum fragen wir nach anderen Ökonomien:
Wir wollen wir wirtschaften? Welchen Zielen soll die Wirtschaft dienen? Was bedeutet „Wohlstand“ für uns? Was bedeutet „Arbeit“ für uns?
Freitag, 19. Januar, 19:30 Uhr: Impulsvortrag von Christoph Deutschmann (Prof. em., Uni Tübingen): Wie wollen wir wirtschaften? Einführende Überlegungen
Über die Zukunft unseres Wirtschaftssystems wird heute mehr denn je gestritten. Aus deutscher Sicht scheint es dafür zwar auf den ersten Blick wenig Anlass zu geben: Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und die meisten Menschen sind mit ihrer wirtschaftlichen Lage zufrieden. Aber eine solche Selbstzufriedenheit ist trügerisch, denn Probleme gibt es zuhauf: Rund 15 Prozent der Deutschen bewegen sich mit prekären Jobs und Sozialleistungen an der Armutsgrenze; Das gilt noch viel mehr für die südeuropäischen Länder, dort ist vor allem die Jugendarbeitslosigkeit erschreckend hoch. Die Ungleichheit der Einkommen und der Vermögen hat weltweit stark zugenommen, international tätige Finanzinvestoren und Kapitalgesellschaften zahlen kaum Steuern, ihr Kapital fließt kaum mehr in produktive Investitionen, sondern größtenteils in Immobilien und reine Finanzanlagen. Dass die gegenwärtige Lebens- und Wirtschaftsweise der Industrienationen mit nachhaltigem Umwelt- und Klimaschutzes nicht vereinbar sind, ist bekannt, weitgehend offen ist hingegen, wie die notwendigen Umstrukturierungen gestaltet und durchgesetzt werden können.
Ziel der Forumsdiskussion sollte es sein, die Analyse dieser Probleme und ihrer wechselseitigen Zusammenhänge zu vertiefen und politische Konzepte zu ihrer Lösung zu prüfen: Sind neue Konzepte erforderlich, z.B. ein garantiertes Grundeinkommen um die Lage der Arbeitslosen und prekär Beschäftigten zu ändern? Was kann gegen die extreme Konzentration der Vermögen politisch getan werden? Sind international koordinierte Eingriffe in private Eigentumsrechte notwendig, um die krisenträchtige Verselbständigung der Finanzmärkte zu stoppen? Brauchen wir überhaupt „Wachstum“ und wie kommt der kapitalistische Zwang zum Wachstum zustande? Liegt es nur an unseren „falschen“ Konsumgewohnheiten oder auch an institutionellen Strukturen? Setzt eine erfolgreiche klimapolitische Umsteuerung einen Verzicht auf Wachstum voraus?
Samstag, 20. Januar, 14 – 18 Uhr: Workshops und Plenen
Öffentlich, jede/R willkommen. Eintritt frei / weitergeben

Dünnpfiff mit Ansage

Das Wichtigste zuerst – oder wie meine Omi Glimbzsch in Zittau immer sagt: first things first. Glückauf fürs Neue also, und bloß keinen Dünnpfiff! Vor der beschleunigten Verdauung, im Volksmund auch Scheißeritis genannt, ist keiner gefeit, ausnahmslos. Und es gehört zu den Anstandsregeln guter Journalisten (zu denen ich nicht gehöre), Kolleginnen oder Kollegen in ihrem Medium in Frieden ruhen zu lassen. Daher behaupte ich auch nicht vorschnell, unsere großen Medien hätten so was wie geistigen Dünnpfiff, was ihre Diskussionsfreude, ihre Bereitschaft zu Aufklärung, zur Information angeht – und dass sie weit weg von vierter Gewalt sind.

Erstens käme sofort jemand wie Matthias Döpfner daher gejammert (der andere Kardinal) und würde auf Nordkorea oder Malta verweisen, wo die Presse oben ganz ohne ist. Zweitens beschmutzt man nicht das eigene Nest. Aber verdammt, ich such‘ doch in meiner Erst-Zeitung tagelang vergeblich nach den Wachhunden der Demokratie, nach Journalisten, die als kritische Beobachter und Beschreiber der Gesellschaft arbeiten, nach Meldungen jenseits des Mainstreams, die ich in meiner „Tageszeitung“ fast jeden Tag finde!

In der „Zeit“ vom 15.5.2017 ist nachzulesen, dass etwa 38 000 Todesfälle (allein 2015) vermeidbar gewesen wären, wenn Autobauer die Abgasgrenzwerte für Dieselmotoren eingehalten hätten. Rein theoretisch könnte man sich ja Journalisten vorstellen, die solche Zahlen kritisch prüfen – vielleicht sind sie ja dubios? Vielleicht sind es ja nicht 38 000 Tote, sondern 58 000? Und was ist mit 2016? Möglich, dass alles auf die europäische Hauptstadt des Feinstaubs herunter-zurechnen. Stattdessen deckt mich das Amtsblatt aus der Plieninger Straße am ersten Tag des Jahres mit 250 Gramm Werbebeilagen ein – die Zeitung selbst ist ein Leichtgewicht von 140 Gramm.

Nicht besser die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender: Afrika, Asien, Lateinamerika, Australien bleiben weit unter der 5-Prozent-Hürde. Oft hilft nur ein Terroranschlag oder ein Erdbeben, um sich überhaupt an die Existenz anderer Erdteile zu erinnern. Für den Neujahrswunsch der Kanzlerin nach dem Gemeinsamen (das Unangenehme bleibt außen vor) kann bereits am 1.1.2018 Vollzug gemeldet werden. Ach, übrigens, Frau Merkel will sich dafür einsetzen, dass es Deutschland auch in zehn, fünfzehn Jahren gut geht. Das geht allerdings nur, wenn es dem Rest der Welt schlechter geht. Das hat sie natürlich nicht gesagt.

Tod in der Zelle

Ein Fall wird nach zwölf Jahren wieder aufgerollt: Hat sich Oury Jalloh 2005 in seiner Zelle auf dem Dessauer Polizeirevier umgebracht – oder wurde er womöglich angezündet? Jahrelang konnte das nicht aufgeklärt werden. Als die Staatsanwaltschaft vor einigen Monaten ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes einleitet, meldet sich ein Hinweisgeber. Der Justizwachtmeister liefert der Polizei Informationen, die die Ermittler bis dahin ignorierten.

Aber die Behörden wollen den neuen Hinweisen nicht nachgehen – stattdessen bringen sie den Zeugen zum Schweigen. Die „Taz“ erzählt die Geschichte eines rätselhaften Falles.

Der abgewiesene Zeuge (Taz)

Rechts vor links

Die schönste Meldung des Jahres ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Im Prinzip ist es piepegal, um was genau es da ging. Der Grundsatz ist wichtig, den das BVG festgekloppt hat: „Der Willensbildungsprozess im demokratischen Gemeinwesen muss sich vom Volk zu den Staatsorganen, nicht umgekehrt von den Staatsorganen zum Volk hin, vollziehen.“ (Urteil BVerg 19 C 6.16). Alles was recht ist – aber das ist ungeheuerlich. Meine Omi Glimbzsch in Zittau und die gesamte ApO jubelt. mehr…

Frohe Botschaft

Hätten Sie es gewusst? Die Weihnachtszeit ist jedes Jahr die Zeit der Besinnlichkeit, der Ruhe und Entspannung. Freilich – die langen Nächte und die kurzen Tage sowie das trübe Wetter schlagen manchem aufs Gemüt. Deshalb sehnen sich ja die Menschen so nach der Zeit, wo die Nächte wieder kürzer werden. In diesen halbseidenen Tagen brennen nicht nur Christbäume, sondern auch, nach heidnischem Brauch, hie und da die Sonnwendfeuer, damit es ab dem 21. Dezember wieder aufwärts geht. Bis dahin spendet in dunklen Zeiten in kräftiger Glühwein Trost. Und wer noch etwas Originelles für den Gabentisch sucht: ein gespendetes Abo für Kontext ist immer ein passendes Geschenk und versöhnt die politisch blasse Verwandtschaft fast genauso wie der Besuch der amtierenden Kanzlerin die Hinterbliebenen.
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