Alle Beiträge von Peter Grohmann

Über Peter Grohmann

Peter Grohmann, Jahrgang 1937, Breslauer Lerge, über Dresden auf d' Alb, dann runter nach Stuttgart: Schriftsetzer und Kabarettist, Autor und AnStifter gegen Obrigkeitsstaat und Dummdünkel. Mitgründer: Vom Club Voltaire übers undogmatische Sozialistische Zentrum, vom Theaterhaus zu den AnStiftern. Motto: Unruhe ist die erste Bürgerinnenpflicht. Was ärgert Grohmann? Alle, die den Arsch nicht hochkriegen, aber dauernd meckern. Und an was erfreut er sich? An Lebensfreude und Toleranz

Bet und arbeit, ruft die Welt!

Fake news für Georg Herwegh. Von Peter Grohmann.
Der Stuttgarter, dem in diesen Tagen eine späte Referenz erwiesen wird, war Revolutionär, radikaler Demokrat und Europäer: Das ist viel in revolutionsfreien Zeiten, in denen Demokraten untertauchen und aus Europäern Nationalisten werden. Georg Herwegh war einer wichtigsten Vertreter des Vormärz und neben Heine und Freiligrath einer der populärsten deutschsprachigen Dichter seiner Zeit. Georg Herwegh wurde am 31.Mai 1817 in Stuttgart geboren,er starb 1875 in der Schweiz. Am 24.Mai feiern wir mit Euch seinen 200.Geburtstag, denn: mehr…

Verraten + verkauft
LeiharbeiterInnen

[Die Anstalt, Prof. Wolfgang Däubler und LabourNet Germany] Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in Deutschland

[Die Anstalt, Prof. Wolfgang Däubler und LabourNet Germany] Gesucht: LeiharbeiterInnen für eine Klage vor dem EuGH für gleichen Lohn und gleiche Bedingungen auch in DeutschlandLeiharbeiterInnen: Von der Politik zugunsten der Wirtschaft vernachlässigt und an die Gewerkschaften verwiesen, von diesen zugunsten der Stammbelegschaften und der Wettbewerbsfähigkeit verraten und an abhängige Betriebsräte verwiesen… Die LabourNet-Rubrik zum Sklavenhandel ist voll von Belegen: Wer gleiche Lohn- und Arbeitsbedingungen will, kann sich auf niemanden verlassen und muss dafür durch mehrere Instanzem klagen – wir helfen dabei! Unter der Mailadresse prof.daeubler@labournet.de  können sich an einer Klage interessierte Leiharbeiter (bzw. Ex-Leiharbeiter einer Leiharbeitsfirma) an Herrn Prof. Däubler wenden. Geplant sind juristische Betreuung, Vermittlung von Rechtsanwälten sowie eine Spendenkampagne. Siehe im neuen Dossier zunächst erste Informationen und Hintergründe, auch aus der ZDF-Sendung “Die Anstalt” vom 16. Mai 2017, in der die Kampagne zuerst bekannt wurde

Es begann mt einer Lüge

Dass das erste Opfer des Krieges stets die Wahrheit ist – diese Weisheit firmiert seit Langem als geflügeltes Wort im deutschsprachigen Raum und ist durch vielerlei vortreffliche Recherchen, die ein trauriges Bild der Funktion unserer Massenmedien zu Kriegs- und Krisenzeiten zeichnen, belegt. Der Zeithistoriker und Konfliktforscher Kurt Gritsch bereichert Analyse sowie Kritik nun mit einem soeben erschienenen Buch, besprochen in der Zeit. Lohnt.  http://www.zeit.de/1996/13/beham.txt.19960322.xml

Gemeinsam
Farbe bekennen

23. Mai 2017 – 11:55 Uhr Schlossplatz Stuttgart: AnStifter dabei
Am 23. Mai 1949 wurde unser Grundgesetz verkündet. Es sichert jene Rechte zu, die unsere De- mokratie schützen und unsere offene Gesellschaft ermöglichen: Menschenwürde, Religionsfrei- heit, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und Schutz der Person, Koalitionsfreiheit und Presse- freiheit und viele andere mehr. mehr…

Totgesagte leben länger

Schau mich bitte nicht so an, dachte ich, als ich Hannelore Kraft ins Gesicht sah. Und da fiel mir dieses Lied ein, das meine Omi Glimbzsch in Zittau gern trällerte: „Schau mich bitte nicht so an, Du weißt es ja ich kann Dir dann nicht widerstehen…“. Als ich fast zeitgleich zur NRW-Wahl Salvador Sobral hörte, wusste ich: Der Portugiese kannte meine Omi und ihr Lied! Beim ESC in Kiew wurden wir immerhin Vorletzter – in Düsseldorf nur Zweiter. Es ist heute ja alles so ähnlich. Macron, Lindner, Kurz, Guttenberg, Petry, Grohmann…
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Guten Morgen, Nutella

Palmöl: Krebserregende Stoffe im Frühstück: Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes, Verbraucherschützer in Österreich haben 15 Nuss-Nougat-Cremes auf gesundheitlich bedenkliche Fettsäureester untersuchen lassen. Das Ergebnis der Analysen: In allen 15 Produkten wurden die Lebensmittelgifte gefunden, wenn auch in sehr unterschiedlichen Mengen.

Schwarzbraun ist die Haselnuss

Ohne Schwarzweiß-Malerei geht gar nichts mehr
Wer Gutes über Russland berichtet, gilt als „Putinversteher“. Wer Probleme der Europäischen Union anspricht, wird zum „Europafeind“. Und zum „Globalisierungsgegner“, wer globale Missstände anprangert. Schriftsteller Bodo Morshäuser über Kampfbegriffe des Mainstream.
Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde ein paar Jahre lang der Traum geträumt, das Zeitalter der Ideologien, Demagogie und Propaganda sei vorüber. Heute gehört diese Hoffnung der Vergangenheit an. Wir leben längst im nächsten ideologischen Zeitalter. Ohne Schwarzweiß-Malerei geht gar nichts mehr.
Wenn gegen globale Missstände demonstriert wird, für die die neoliberale Auslegung der Globalisierung verantwortlich gemacht wird, hören solche Demonstranten oft, sie seien „Globalisierungsgegner“. Obwohl die Mehrheit nur eine andere Art von Globalisierung als die bestehende will, und nicht vorhat, ihre in China gefertigten iPhones wegzuwerfen. Mit der Titulierung „Globalisierungsgegner“ soll genau dieser Veränderungswille bestritten werden.
Oder wenn gesagt wird, die EU, so, wie sie besteht, bringe zu viele Probleme und müsse verändert werden, kommt es häufig vor, dass selbsternannte „Pro-Europäer“ rufen, diese Kritiker seien „Europagegner“ oder „Europafeinde“. Obwohl Veränderungen der EU aus Sorge um ihren Weiterbestand gefordert werden. Aber genau das soll mit solchen Kampfbegriffen in Zweifel gezogen werden. Übrigens abgesehen davon, dass die EU nicht Europa ist.
Quelle: Deutschlandfunk Kultur
Quelle: Deutschlandfunk Kultur

Reale Gespenster


In der Whatsapp-Gruppe einiger Soldaten taucht der Dialog auf: „Haben Sie etwas gegen Flüchtlinge?“ – „Ja, Pistolen, Maschinengewehre, Handgranaten.“ Jaja, schon gut – das war vor drei Jahren! Inzwischen haben sich die Jungs längst die Waffen besorgt. Weiß man’s? Und: Der Witz ist uralt und wird immer populärer. Der größte Witz sind allerdings die rechtzeitig angesagten Hausdurchsuchungen von Kaserne zu Kaserne durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Alles in Deckung, ob echte oder falsche Nazis, schuldig oder nicht. Über den Rest der Truppe wird ein naturnahes Tarnnetz gespannt: Hasch mich, ich bin der Frühling, würde meine Omi Glimbzsch jetzt sagen. Übrigens – was für ein Spaß, wenn man die Aufklärer aus dem Hause von der Leyen wieder mal so richtig auflaufen lässt! Ursula von der Leyen sprach von strukturellen und Haltungsproblemen, von Führungsschwäche und „falsch verstandenen Korpsgeist“ – aber wie sieht der richtige aus? Egal, die parteipolitischen Militärexperten aller Couleur hatten es eilig, der Ministerin kräftig auf den Helm zu hauen, wie Feldwebel Arnold von den Sozis. Die Frage ist aber: Wie tickt die Bundeswehr? Und wenn mal was in die Hose geht: Welche Informationen werden weitergegeben – und welche nicht? Uwe Mundlos, das wissen alle und die Vorgesetzten, „erfüllte seinen Dienst zur vollen Zufriedenheit und fiel bisher nicht negativ auf.“

Alfred Josef Ferdinand Jodl, Generaloberst und Kriegsverbrecher, hat auf der bayerischen Fraueninsel ein wunderbares Grabmal. Wieder und wieder pilgern Soldaten aller Waffengattungen hin – die Augen rechts. Mach, was wirklich zählt, so ein aktueller Slogan der Bundeswehr.

Die Augen rechts! Denn das Gespenst, das heute umgeht in Europa, ist nicht jenes, mit dem der olle Marx vor 170 Jahren dem ollen Engels drohte – und auch nicht jenes, das eben in Schleswig-Holstein die 1,5 % hinzugewonnen hat. Die gefährlichen Gespenster unserer Tage sind absolut real. Sie fahren quer durch Europa in demokratischen Wahlen ganz andere Ergebnisse ein.

Die Söhne Mannheims

Die Söhne Mannheims „Marionetten“: Text und Interpretation (Münchner Merkur, 9.5.17)

Xavier Naidoo äußert sich mit dem Songtext kritisch gegenüber der politischen Elite, das ist kaum zu überhören – und natürlich legitim. Liest man den Text genauer und beschäftigt sich mit dem darin verwendeten Vokabular, geben allerdings rechtspopulistische Tendenzen zu denken:

„Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein; Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter; Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein; Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter“, singt Xavier Naidoo in seinem neuen Song „Marionetten“.

Ohne Hintergrundinformationen wird aus der ersten Strophe von „Marionetten“ noch nicht deutlich, was mit dem Liedtext gemeint ist: Wer sind die Marionetten, wer die Steigbügelhalter? mehr…

Gegen jede Form von Zensur

Ein großes Fest der Literatur ist „München liest – aus verbrannten Büchern“ – für Frieden und Gerechtigkeit- gegen Militarismus und Krieg am Mittwoch, 10. Mai 2017, 10-18 h auf dem Königsplatz anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennung 1933. Ca. 100 LeserInnen (Schauspieler, Autoren, Schüler, Studenten und andere Literaturfreunde)
werden im 5-Minutentakt Texte und Gedichte von Autoren vorlesen, deren Bücher von den Nazis und ihren Sympathisanten verfemt und verbrannt wurden.

u.a. lesen: Konstantin Wecker; Karl Freller/Präsident der Stiftung Bayerische Gedenkstätten); Schauspieler der Kammerspiele, des Residenztheaters und des Volkstheaters; die Stadträte Florian Roth und Wolfgang Heubisch; Charlotte Knobloch/Präsidentin der IKG; Ecco Meineke; Ernst Grube; Johano Strasser; Sabine Kastius; CP Lieckfeld; Naomi Isaacs; Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Pfanzeltplatz, der Luisengymnasiums, des Lycée francaise Jean Renoir, des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, des Asamgymnasiums, des Wittelsbacher Gymnasiums, des Sophie-Scholl-Gymnasiums, des Wittelsbacher-Gymnasiums, des Carl-Orff-Gymnasiums und des Max-Josef-Stift

Gelesen werden Texte von Oskar Maria Graf, Heinrich Mann, Mascha Kaleko, Maxim Gorki, Erich Mühsam, Ulrich Becher, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, Roda-Roda, Erich Kästner, Emil Zola, Vicky Baum, Heinrich Heine, Alfred Kerr, Ferdinand Hardekopf, Anna Seghers, Stefan Zweig u.a. – Alle diese Autoren wurde verfolgt, verjagt,  in den Tod getrieben oder ermordet. Ihre Werke wurden verboten und verbrannt und sollten für alle Zeit „ausgemerzt“ werden. Viele Texte sind so aktuell, als wären sie heute geschrieben.

In Stuttgart lesen AnStifter in Schulklassen aus José Miguel López Romero „Unerwünscht“  – das Buch dokumentiert die Vertreibung deutscher Exiljuden aus Ibiza und Mallorca 1939-1945.