Songwriting
John Craigie – Frag mich nicht

John Craigie
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Seit einigen Tagen dreht sich in meinem CD-Player die neue Platte von John Craigie: „Asterix The Universe“. Die Welt befindet sich seit mehreren Monaten in Aufruhr, und auch wenn John Craigie sicherlich keinen Album-Kommentar dazu abgeben wollte, erscheint sein neues Album zu einer Zeit, in die es auf seine kritische Art nicht besser hätte passen können.John Craigie ist ein US-amerikanischer Singer-Songwriter, der wuchs in Kalifornien aufwuchs, wo er ein Mathematik-Studium abschloss.  Er wurde als „moderner Troubadour“ im Stil von Woody Guthrie und Ramblin’Jack Elliott gefeiert und ist seit fast einem Jahrzehnt ununterbrochen in den USA, Kanada und Europa unterwegs.

Eine dezidiert politische Platte

„Asterisk The Universe“ ist dezidiert politisch und kommt dennoch ohne mahnend erhobenen Zeigefinger aus. Der Singer-Songwriter, der für seine einfühlsamen, artikulierten Texte bekannt ist, hat sich trotz allem, womit er sich auf „Asterisk The Universe“ beschäftigt (zerstörte Träume, soziale Not und persönliche Schicksalsschläge, gefiltert durch die Augen mehr oder weniger fiktiver Figuren), seinen augenzwinkernden Humor bewahrt.

Es sind feinfühlig arrangierte Songs, die John Craigie uns darbietet

Und um zum Nachdenken, ja vielleicht auch tatsächlich zum Handeln anzuregen, genügen dem Multi-Instrumentalisten mit der samtig weichen Stimme feinfühlig leise arrangierte Songs, deren Kraft unter der Oberfläche liegt. Indem er sich des Folks  und des Souls bedient, schafft Craigie auf dieser Platte ein die Kulturen überspannendes Ganzes.

Die Platte kommt in ihrer Gesamtheit einer Lehrstunde gleich, was das Komponieren zeitlos pan-amerikanischer Lieder betrifft. ‚Don’t Ask‘ etwa pendelt zwischen Motown und Grand Funk Railroad, ‚Part Wolf‘ vermittelt das Flair eines gedachten Club-Gigs von Neil Young, und ‚Don’t Deny‘ steht exemplarisch dafür, wie man ungeachtet aller Düsternis dort draußen optimistisch bleiben kann: Mit Musik eben.

Über Seehoff Michael Maria

M. Seehoff schreibt über ungewöhnliche akustische Musik und zu bewegenden Ereignissen. Eventuell bringt die Musik auch die Seelen anderer AnStifter in Resonanz und lässt sie staunen (eine Hoffnung!). Auf dem Blog "Elsternest" erscheinen M's. Texte vor allem über kleine literarische Ereignisse in Stuttgart.