Zentralrat der Juden in Deutschland
70-Jahrfeier

IsraelHeute fand im Innenhof der neuen Synagoge in Berlin der Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Zentralrats der Juden in Deutschland statt. Sie war einst das größte jüdische Gotteshaus Deutschlands. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg – und dem späteren Wiederaufbau der erhalten gebliebenen Teile – gilt das Gebäude als Mahnmal.

1945 war es kaum vorstellbar, dass es in Deutschland nach den Schrecken des Holocaust noch ein jüdisches Leben geben könnte. Heute gibt es in Deutschland wieder mehr als 100 jüdische Gemeinden. Das ist vor allem dem Zentralrat der Juden in Deutschland zu verdanken.

Aus der (provisorischen) Organisation wurde im Laufe der Jahrzehnte eine Institution. Sie ist eine wichtige moralische Instanz. Derzeit vertritt der Zentralrat die jüdische Gemeinden mit rund 100.000 Mitgliedern.

Heute dürfe sich Deutschland wieder über „blühendes jüdisches Leben freuen“, so die Bundeskanzlerin Angelika Merkel in ihrer heutigen Rede. Allerdings bereite ihr der wachsende Antisemitismus „große Sorge“. Viele Jüdinnen und Juden fühlten sich nicht mehr sicher in Deutschland.

„Es ist eine Schande und beschämt mich zutiefst, wie sich Rassismus und Antisemitismus in unserem Land in diesen Zeiten äußern. Es stimmt: Rassismus und Antisemitismus waren nie verschwunden. Doch seit geraumer Zeit treten sie sichtbarer und enthemmter auf“, sagte Merkel.

Über Seehoff Michael Maria

M. Seehoff schreibt über ungewöhnliche akustische Musik und zu bewegenden Ereignissen. Eventuell bringt die Musik auch die Seelen anderer AnStifter in Resonanz und lässt sie staunen (eine Hoffnung!). Auf dem Blog "Elsternest" erscheinen M's. Texte vor allem über kleine literarische Ereignisse in Stuttgart.

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