Rassismus
„Vom Winde verweht“

Der us-amerikanische Streaming-Anbieter HBO hat den 1939 entstandenen Film „Vom Winde verweht“ aus seinem Programm genommen. Das Werk erzähle eine Geschichte, die es so sicherlich nie gab, meint John Ridley, Drehbuchautor des mit 3 Oscar ausgezeichneten Sklavendrama „12 Years a Slave“. Seine Darlegungen in der Los Angeles Times veranlassten HBO zu diesem Schritt. Nicht nur der Horror der Sklaverei werde in der Geschichte um die Gutsherrin Scarlett O’Hara verschwiegen, so John Ridley, wie selbstverständlich würden darüber hinaus auch unzählige Vorurteile über dunkelhäutige Menschen verbreitet.
Für ihre Rolle als Kindermädchen wurde Hattie McDaniel 1940 mit einem Oskar für die beste Nebenrolle ausgezeichnet. Bei der Verleihung wurde sie aber, anders als der Rest des Filmteams, wegen der Farbe ihrer Haut in den hinteren Teil der Bühne verbannt.
„Vom Winde verweht“ wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das Programm von HBO aufgenommen werden. Dann aber mit einer Erläuterungen des geschichtlichen Kontextes und einer Distanzierung gegenüber der im Film vorkommenden rassistischen Inhalte.

Hollywood Reporter

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.

2 Gedanken zu „Rassismus: „Vom Winde verweht“

  1. Ich finde es problematisch, Filme, Bücher, Musikstücke deswegen zu „zensieren“, weil sie in historischen Kontexten geschrieben sind, die heute so keiner (?) mehr drehen / schreiben / komponieren würde. Das erinnert mich daran, dass man auch Humphrey Bogart in Casablanca das Rauchen wegretuschiert hat. Aber nicht nur Kinderbücher und Bücher der Weltliteratur (Tom Sayer) kommen unter die Schere der Sprachwächter. Neulich hörte ich: Wenn man „Neger“ ins iPhone eingibt, korrigiert das Sprachprogramm es zum englischen never, zu „niemals“. Man kann das für einen lustigen Zufall halten. Man kann jedoch auch zwei Dinge daraus ableiten: dass der Neger aus unserem Sprachgebrauch weitgehend (und glücklicherweise) verschwunden ist. Oder dass dort, wenn nicht gleich eine Zensur, so zumindest eine Ermahnung stattfindet, das Wort niemals zu benutzen. Diese Deutungen spiegeln ganz gut die Gemütslagen, die in der o.g. Diskussion um Kinderbücher auftauchen: In Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpfund Otfried Preußlers Die kleine Hexe wurden unter anderem Variationen des Worts Neger durch ein anderes, zeitgemäßeres, ersetzt.

    Sinnvoller wäre, konsequent gegen Rassismus vorzugehen und Filme wie „Vom Winde verweht“ mit einem erklärenden Kommentar auszustrahlen. Dann könnte der Rezipient sich weiter entwickeln

    1. Liebe Lerche, Du musst einen Text, zu dem Du einen Kommentar schreibst, ganz lesen, denn dann hättest Du gesehen, Zitat, dass „Vom Winde verweht“ zu einem späteren Zeitpunkt wieder in das Programm von HBO aufgenommen werden wird. Dann aber mit einer Erläuterungen des geschichtlichen Kontextes und einer Distanzierung gegenüber der im Film vorkommenden rassistischen Inhalte.

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