Künstliche Intelligenz
Sklaverei auf Facebook

Aborigines

Als Reaktion auf die Behauptung des australischen Premier-Ministers, dass Menschen in Australien nie als Eigentum oder Handelsware anderer existiert haben, veröffentlichte ein Nutzer auf Facebook ein Gruppenfoto mit einer ganz anderen Aussage.

Zu sehen sind 12 Personen, von denen 10 mit Ketten an einander gefesselt sind. Das Foto wurde von Facebook gelöscht, denn die nur mit einem Lendenschurz bekleideten Männer waren dem us-amerikanischen Social-Media-Player und Datenhändler zu nackt. Aufgrund eines entsprechenden Berichts des The Guardian entschuldigte sich Facebook und schaltete das Bild wieder frei. Posts, die sich auf den bebilderten Artikel im Guardian bezogen, fielen den Facebook-Algorithmen und dessen Entwicklerteam allerdings weiter zum Opfer. In dem entsprechenden Artikel in der taz vom 15.06.2020 heißt es dann auch richtig: „Offenbart werden … die Schwächen automatischer Bilderkennung. Trotz bereits jahrelanger weltweiter Entwicklung erreichen algorithmische Verfahren weiterhin nicht einmal annähernd die Präzision menschlicher Wahrnehmung und Bewertung.“

Anmerkung: Trotz der menschenunwürdigen Darstellung wurden weder auf den Fotos des Guardian noch auf den Fotos der taz die Gesichter der dargestellten Personen unkenntlich gemacht.

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.