Mein Bruder, Corona und die geteilte Rechnerleistung

Ich habe grade mit einem Bruder telefoniert. Das kommt nicht oft vor. Er fragte, ob ich da mitmache. Wobei, fragte ich. Na diese Sache mit der geteilten Rechnerleistung. Nein, sagte ich, aber gehört habe ich davon. Das hast Du doch mal mitgemacht, um nach außerirdischem Leben zu forschen. Richtig, sagte er, das Seti-Projekt. Das gibt es aber nicht mehr. Bei diesem anderen Programm wird Rechnerleistung benötigt, um das Verhalten von Eiweißen im Zusammenhang mit der Entwicklung von Impfstoffen zu simulieren und zu berechnen. Das ist gut, sagte ich. Ja, sagte er, die haben mittlerweile Hectobite zusammen und damit eine Leistung erreicht, die der von Großrechnern enspricht. Hectobite, fragte ich, was ist das denn? Ja, sagte er, das weiß ich auch nicht so genau. Irgendwas wie eine Millionen mal ein Terabite. Abgefahren, meinte ich staunend. Ja, meinte er, sogar Erfolge vorzuweisen hätte das Projekt bei der Behandlung von HIV. Gehört habe ich davon, aber installiert habe ich es nicht. Mach‘ das! sagte er. Das ist gut. Im Moment brauchen die Leistung, um einen Impfstoff gegen Covid-19 zu finden. Okay, sagte ich. Du merkst nicht, dass da parallel etwas anderes auf dem Rechner läuft, meinte er. Der Stromverbrauch ist etwas höher, aber auch das merkt man nicht. Und ob ich das Spiel Monument Valley 2 kennen würde, fragte er. Nein, sagte ich. Videospiele interessieren mich nicht. Das sei interessant, kostenlos und gut gegen Langeweile. Ne, sagte ich, ich langweile mich nicht. Okay, sagte er, bis die Tage!

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Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.