Trauer in der Musikerszene
Manu Dibango ist tot

Festival der Kulturen in Stuttgart, 2013 Foto: © M. Seehoff
Festival der Kulturen in Stuttgart, 2013
Foto: © M. Seehoff

Der aus Kamerun stammende Saxophonist Manu Dibango verstarb am 24. März im Alter von 86 Jahren. Auf seiner offiziellen Facebook-Seite wurde bestätigt, dass er dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist. Manu Dibango galt als Star des Afro-Jazz. Er verband Jazz und Funk mit den musikalischen Einflüssen seiner Heimat Kamerun – unter anderem der Tanzmusik Makossa.

Ich habe Manu Dibango Anfang der 80zier Jahre in Kamerun kennen gelernt. In allen Discos wurde sein Hit „Soul Makossa“ rauf und runter gespielt. Das Stück, das eigentlich nur eine B-Seite der Single „Mouvement Ewondo“ war, wurde in den USA zum Riesenerfolg. „Soul Makossa“ stürmte die US-Charts und erreichte Platz eins. Damit leistete Dibango Pionierarbeit: „Soul Makossa“ war die erste Nummer eins eines afrikanischen Künstlers in den USA. Besonders die gesungene Hookline des Stücks „mama-se, mama-sa, ma-ma-ko-ssa“ ist auf der ganzen Welt bekannt. Live erlebte ich ihn im am 17. Juli 2013 auf dem Festival der Kulturen und der Funke des Makossa sprang sofort wieder über.

Soul Makossa - Manu Dibango (1973)

Über Seehoff Michael Maria

M. Seehoff schreibt über ungewöhnliche akustische Musik und zu bewegenden Ereignissen. Eventuell bringt die Musik auch die Seelen anderer AnStifter in Resonanz und lässt sie staunen (eine Hoffnung!). Auf dem Blog "Elsternest" erscheinen M's. Texte vor allem über kleine literarische Ereignisse in Stuttgart.