Herzlichen Glückwunsch
Bobby McFerrin wird 70

Photo by Szaniszlo Ivor, CC BY-SA 3.0
Photo by Szaniszlo Ivor, CC BY-SA 3.0

Bobby McFerrin, dieser große Stimmkünstler wird heute 70 Jahre alt. Man kann den Eindruck gewinnen, er sei vom Himmel geschickt, um uns mit seiner Stimme zu verzaubern. Ich hatte das Vergnügen, ihn in den 80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Hamburg zu erleben. Es ist nicht nur seine Stimme, die mich für ihn eingenommen hat. Es ist sein ganzes, den Menschen freundlich zugewandtes Wesen. Bescheiden tritt er auf die Bühne, ganz ohne Starallüren, die er damals schon hätte haben können.

Der Sohn des ersten Afroamerikaners an der Metropolitan Opera musste wegen seiner Zahnspange die geliebte Klarinette gegen das Klavier eintauschen, das ihn sieben Jahre lang über Wasser hielt, bis er mit 27 Jahren beschloss, als Sänger das umsetzen zu wollen, was Keith Jarrett mit seinem improvisierten „Köln Concert“ geglückt war: Musik aus dem Moment, alleine auf der Bühne, bei voller Freiheit und größtem Risiko. Mit seiner außergewöhnlichen Gesangstechnik erreicht er einen enormen Stimmumfang und imitiert verschiedene Instrumente.

Bereits mit seinem Debütalbum als Sänger, „Bobby McFerrin“ von 1982, wurde er aufgrund seiner artistischen Vokaltechnik (mit damals aberwitzig raschen Wechseln zwischen Brust- und Falsettstimme) in der Fachwelt bekannt. Mit „The Voice“ (1984), wurde er zum Star.

„Don’t Worry, Be Happy“ erschien 1988 und lange schien es, als sei es das Lied von Bobby McFerrin. Heute mag er es nicht mehr singen. Zu sehr wurde er auf diesen Song reduziert. Schließlich hat er mit diversen Platten insgesamt 10 Grammys erhalten! Wie er es immer wieder schafft, mit seinem Publikum zu interagieren, kann man schön bei seiner Interpretation des Préludes von Bach, Ave Maria, bewundern:

Bobby McFerrin - Ave Maria

Über Seehoff Michael Maria

M. Seehoff schreibt über ungewöhnliche akustische Musik und zu bewegenden Ereignissen. Eventuell bringt die Musik auch die Seelen anderer AnStifter in Resonanz und lässt sie staunen (eine Hoffnung!). Auf dem Blog "Elsternest" erscheinen M's. Texte vor allem über kleine literarische Ereignisse in Stuttgart.