#Trendy
Gericht vor Scheuer

Tisch

Je nach den persönlichen Einstellungen „trendet“ es auf Twitter auf die eine oder andere Weise. In den Einstellung die ICH im Moment aktiviert habe, steht #Gericht an erster Stelle. Diese Tweets interessieren mich alle eher nicht, weil sie auch alle ganz änlich anfangen und nichts Gemeinsames haben „Ich stehe vor Gericht, weil…“.

An zweiter Stelle steht Fußball mit „Hinrunde in einem Wort“ – ohne Hashtag – und anschließend #ThomasCook. Zur Pleite des Reiseveranstalters heißt es, dass die Bundesregierung die betroffenen Pauschalurlauber entschädigen will. Die jüngsten Tweets äußern sich empört. So zum Beispiel @spdverbot: „Unternehmen geht pleite, Staat springt ein. Warum muss der Steuerzahler für Missmanagement zahlen?“ oder @riegerandreas: „So kauft man sich dann #WöhlerStimmen“.

Bei so einem Überblick kann man nicht jede Äußerung prüfen, aber Stimmenkauf für die bevorstehenden Wahlen in England scheint mir ohne Prüfung schon recht seltsam. Nun gut, es geht nicht um Wahrheit, es um Tweets, die nicht nur „Empörung“ zum Inhalt haben, sondern auch das eine oder andere vernünftige Statement, wie zum Beispiel von @prinze484: „Gute Nachrichten für alle #ThomasCook Geschädigten: Die Bundesregierung will betroffene Pauschalurlauber entschädigen. Aber sie muss auch prüfen, welche Mitverantwortung die #Zürich Versicherung trägt und wie sie sich an der Entschädigung beteiligen muss“. Okay!

Dann #scheuer. Er scheint grad eben die Schuld für das Scheitern der Pkw-Maut auf sich genommen zu haben. So zumindest @canstatt93. Dieser scheinbar aus der Nähe twitternde Geselle fügt seinem Tweet in Großbuchstaben hinzu: „DANN TRETEN SIE ENDLICH ZURÜCK!!“ Eine ähnlich „unpositive“ Meinung hat @adamtios, der meint: „#Scheuer sagt bei @phoenix_de das sein Politik-Stil bleibt. Also keine Reue zeigen, weiter arrogant grinsen, auf die #Wähler scheißen und keine Eier haben. Liebe @cducsubt? #Bundestagswahl2021 heißt es dann wieder GANZ laut #NieMehrCDU“. Ob ich das aber zu meiner Meinungsbildung benötige, bezweifle ich, denn ich bevorzuge Meinungsäußerungen, wie die von @storch_, der in seinem Tweet das Foto postet, das ganz oben in diesem Beitrag zu sehen ist, und schreibt: „Der einzige an der Spitze des Verkehrsministeriums mit klarer Haltung ist dieser Tisch.“

@hanneshartung fügt dem #scheuer-Trend hinzu, dass der Verkehrsminister „symptomatisch für den Zustand der #GroKo ist. Für die gibt es nicht mal mehr eine #Abwrackprämie und so klammern sie alle am Amt und lassen sogar den größten Schädiger drinnen. Geschenkt, dass das die #Wut und #Politikverdrossenheit = #AfD immer größer macht.“ @brainvisualizer drückt sein Unbehagen etwas anders aus: „Früher traten rechtschaffende Politiker in so einer Situation zurück, um ihrer Partei nicht zu schaden. Heute klammern sich fragwürdige Gestalten an ihren Posten, um ihre Privilegien nicht zu verlieren.“ und @brandttilly: „Zurücktreten!!! Herr #Scheuer, wenn Sie noch einen Funken Anstand haben, dann nehmen Sie Ihren Hut und gehen. Jetzt! Unverzüglich!“

Und jetzt doch noch einmal zurück zum Trend #gericht. Dort findet mein zappendes Auge wie durch Zufall einen interessantklingendes Artikel einer mir bisher unbekannten Quelle, der Strafverteidigervereinigung NRW. Den werde ich mir jetzt durchlesen, denn eingeleitet wird der Verweis auf den Artikel folgendermaßen: „Das sind super Zeugen“ – oder etwa doch nicht? Polizisten sagen regelmäßig als Zeugen vor Gericht aus. Welche Probleme das mit sich bringt, beleuchtet dieser Artikel.“ Und der Text auf Legal Tribune Online steht hier.

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.