Großbritannien
CDU mit 77% der Bundestagssitze

Theguardian

Zum Ausgang der Wahlen in Großbritannien veröffentlichen die „NachDenkSeiten“ eine interessante Analyse, die schon deshalb lesenswert ist, weil ihr Autor in der Einleitung die britischen Verhältnisse und das britische Wahlsystem auf Deutschland anwendet.

Hätte Deutschland ein Wahlsystem wie die Briten, dann wäre die FDP gar nicht im Bundestag vertreten. Die Grünen hätten mit 8,9% der Stimmen lediglich einen einzigen Repräsentaten oder Repräsentantin in Berlin; der AFD würden mit 12,6% 3 Sitze zugesprochen. Die SPD käme auf 58 Sitze, weil ihr 20,5% der Stimmen gehören. Und die CDU – Achtung, Alemania! – hätte mit 32,9% der Stimmen 77% der Sitze mit insgesamt 228 Abgeordneten.

Damit hätte der Bundestag nicht 709 Sitze, sondern nur 290. Aber die Mehrheitsverhältnisse wäre ganz anders.

Unter der Berücksichtigung des Mehrheitswahlsystems sieht dann auch die „rauschende Niederlage“ der britschen Sozialdemokratie, glaubt man Jens Berger von den „Nachdenkseiten“, etwas anders aus. Die von ihm präsentierten Zahlen zeigen, dass Jeremy Corbyn 2019 mehr Stimmen bekam als Tony Blair 2005. Alleine aufgrund des Mehrheitswahlrechts konnten 355 Abgeordnete Tony Blair 2005 zum Ministerpräsidenten wählen, während Jeremy Corbyn mit nur 202 das schlechteste Ergebnis seit den 1930er-Jahren einfuhr.

Quelle: nachdenkseiten.de

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.