Paid Content, Paywalls, Bezahlschranken
kostenlos war gestern

Schranke

Die englischsprachigen Medien wie Economist, New York Times und Washington Post haben es vorgemacht. Große deutschsprachige Medien wie Spiegel, Zeit und Bild haben es auf den deutschen Markt übertragen. Andere Medien sind nachgezogen, aber nicht alle machen es gleich.

Im Grunde sind fünf Modelle zu unterscheiden, mit denen Zeitungs-Verlage versuchen, ihr Onlineangebot zu verkaufen.

Die „Harte Bezahlschranke“ verwehrt, wie der Name bereits andeutet, allen Interessenten, die kein kostenpflichtiges Abonnement haben, den Zugang zum Online-Angebot der Zeitung. Die Helmstedter Nachrichten*, der Harzkurier* und das Haßfurter Tagblatt* – um nur die Zeitungen zu nennen, die mit „H“ beginnen – praktizieren dieses Modell.

Mit „Freemium“, einem Kunstwort, das sich aus „Free“ und „Premium“ zusammensetzt, ist das Zahlungsmodell erwähnt, das die meisten Tageszeitungen für ihren Internetauftritt eingerichtet haben. „Freemium“ bedeutet, dass einige Inhalte – Free – für jede(n) frei verfügbar sind , während andere Inhalte – Premium – nur von zahlenden Kunden und Kundinnen eingesehen werden können. Bekanntere Repräsentanten dieses Modells sind die Bild-Zeitung, die FAZ und die Welt.

Das „Metered-Model“ führt die Interessenten ganz langsam zu einer festeren, kostenpflichtigen Bindung indem es seinen Nutzern und Nutzerinnen zuerst eine bestimmte Anzahl eigentlich kostenpflichtiger Inhalt kostenlos zur Verfügung stellt. So soll jede(r) sehen können, wie interessant das kostenpflichtige Angebot ist. Nach Verbrauch des kostenlosen Kontingents gibt es oft einen zweiten Schritt, der die Registrierung verlangt, um weiter kostenpflichtige Inhalte kostenlos lesen zu können. Erst nach Verbrauch auch dieses zweiten Kontingents werden die Leserinnen und Leser aufgefordert, ein kostenpflichtiges Abonnement abzuschließen.
Zeitungen, die auf diese Art zahlende Kunden gewinnen möchten, sind beispielsweise der Delmenhorster Kurier, der Alb-Bote und das Main-Echo.

Beim „Hybrid-Model“ wird das „Freemium-“ und das „Metered-Model“ miteinander kombiniert, d.h. es gibt Inhalte, die jede(r) lesen kann und Premium-Inhalte, an die man mit dem Metered-Model Schritt für Schritt herangeführt wird. Die Schleswiger Nachrichten, die Sylter Rundschau und die Elmshorner Nachrichten arbeiten mit dieser Lösung.

An das gute oder schlechte Gewissen appellieren Zeitungen, die für sich das „Spenden-Model“ und die freiwillige Bezahlung als die geeignetste Form des Verkaufs gewählt haben. In der Regel kann man hier die Teaser kostenlos ansehen, wird aber, will man den vollständigen Artikel lesen, mit einem aufploppenden Fenster darauf hingewiesen, dass Presse, Journalismus und Internet Geld kosten und man sich doch bitte an diesen Kosten beteiligt. Wer dies tun möchte, klickt zum Beispiel auf „Ja, bitte“, wer sich nicht beteiligen möchte oder dies nicht kann, klickt auf „Nein, danke“ und liest weiter.
Die in Berlin erscheinende TAZ, die Junge Freiheit und das Neue Deutschland sind drei Vertreter, die das Spenden-Model zur Finanzierung gewählt haben.

Welche Zeitungen ihr Online-Angebot mit welchem Model finanzieren, findet man in einer alphabetisch geordneten Liste auf der Seite des „Bundes der deutschen Zeitungs-Verleger BDZV“ genau hier

*die Nennung der Beispiele entsprechend Liste des BDZV

Weitere Infos findet man bei
Wikipedia
der TAZ
und bei WUV

Burkhard Heinz
mediatpress®

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.