Von der Leyen – eine gute Wahl?

Ursula von der Leyen mit Viktor Mihály Orbán

Unser AnStifter Hans D. Christ schreibt auf seinem Facebook-Account dazu folgendes:

Ich wundere mich über die Stille in meiner FB-Echokammer zur Wahl Ursula von der Leyen. Es ist die erste Präsidentin, deren Wahl auf der Rahmung der Konservativen durch Neo-Faschisten beruht. Jetzt sieht sich die polnische PiS als „Königsmacher“ und die Personalie von der Leyen wurde unter anderem von Ungarns Präsident Orban unterstützt. Dies bedeutet, dass eine absolute Minderheit von Faschisten eine Mehrheit herstellen konnte, weil es auf Seiten der Konservativen ausschließlich um den eigenen Machterhalt ging. Die Konservativen sehen sich nicht als Verlierer dieser Wahl, sondern als clevere, diplomatische Akteure, die dem Glauben erliegen, die aggressiven Rechtsradikalen mittels der Einbindung in parlamentarische Abläufe zu „befrieden“. Hier eine bedenkliche Nähe zu den geschichtlichen Irrtümern der 1930er zu konstatieren, ist durchaus legitim. Ähnlich verhält es sich mit den Schuldzuweisungen an die Grünen, Linken und Sozialdemokratischen Flügel, die von der Leyen nicht gewählt haben. Anstatt ein Lager der demokratischen Parteien zu bilden, zieht es der konservative Flügel vor mit Rechtsradikalen zu paktieren und stellt dies als eine Notwendigkeit dar, da sich die „Gegenseite“ nicht bewegt hat.
Nachsatz:
Man sollte sich einen Oppositionellen in Ungarn oder Polen vorstellen, der jetzt im Osten Europas sitzt und diesen Schlag ins Gesicht erhält.

Über Michael M.

Michael M. schreibt über ungewöhnliche akustische Musik und zu Ereignissen, die ihn besonders bewegen und andere AnStifter anregen könnten. Auf seinem eigenen Blog schreibt er vor allem über die kleinen literarischen Ereignisse in Stuttgart.