Ernährung
Eine Kreditkarte im Monat

Am 12. Juni veröffentlicht der WWF eine Studie über Plastik in Nahrungsmitteln. Darin heißt es, dass „wir“ gegenwärtig etwa 21 Gramm Mikroplastik zu „uns“ nehmen. 21 Gramm. Im Monat. Das entspricht einer Kreditkarte.Die Aufnahme erfolgt über die Luft, die „wir“ atmen, das Wasser, das „wir“ trinken und die Lebensmittel, die „wir“ essen. In der besagten Untersuchung erhielten vier Quellen eine besondere Aufmerksamkeit: Trinkwasser, Bier, Schalentiere und Salz (siehe Graphik). Über diese vier Substanzen werden je nach Speiseplan und Essgewohnheit bis zu 5 Gramm Mirkoplastik wöchentlich konsumiert. Der Unterschied an Rückständen im Trinkwasser kann dabei je nach Region stark schwanken und liegt höher in den USA, Libanon und Indien und niedriger in Europa, Uganda und Indonesien.
Der Sinn der Studie ist nun nicht der, auf den Konsum von Trinkwasser oder Schalentieren zu verzichten, sondern sich bewusst zu machen, dass Mikroplastik kein Problem ist, das sich auf irgendwelche Fische in irgendwelchen Weltmeeren beschränkt.
Im Jahr 2000 wurde so viel Kunststoff hergestellt wie in allen vorausgehenden Jahren zusammen. Man geht derzeit davon aus, dass die hergestellte Menge Plastik jedes Jahr um 4% steigt. Mikroplastik stammt einerseits aus mikroskopisch kleinen Zusätzen z.B. von Duschgel und dem Abrieb von Autoreifen, andererseits entsteht Mikroplastik bei der Zersetzung größerer Gegenstände wie z.B. Plastiktüten.(b)

siehe auch PDF

Anmerkung: hier nicht berücksichtigt rund 800 Millionen Menschen, die gerne dieses „Kreditkartenproblem“ hätten.

Über Mich

"Mich" ist ein Pseudonym, das eigentlich "Mir" heißen sollte. Als Personalpronomen. Aber da ist mir der Akkusativ mit dem Dativ durchgegangen. Alle Beiträge von mir - also von "mich" - geben nicht die Meinung der Anstifter und oft sogar noch nicht einmal meine eigene wieder.

1 Gedanke zu „Ernährung: Eine Kreditkarte im Monat

  1. Die Studie von Mary Kosuth, Sherri A. Mason, Elizabeth V. Wattenberg: „Anthropogenic contamination of tap water, beer, and sea salt“, 2018
    basiert auf einer Untersuchung amerikanischer Biere. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deutsche Biere, nach dem Reinheitsgebot gebraut, ebenfalls Plastikpartikel enthalten, vor allem, wenn sie aus kleinen Brauereien kommen.

    Hier die Quelle für die Studie:
    https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0194970#sec001

    Results based on a 159 sample size detecting microplastics > 100um.

Kommentare sind geschlossen.