Kein Bier für Nazis

Bierkästen

Eine neue Form gewaltfreien Widerstands haben einige Bürger – Männer und Frauen – im sächsischen Ostritz nun angewandt.

 

Im Zusammenhang mit einem Nazi-Musikevent erwartete der kleine Ort bis zu 750 ortsfremde Subjekte, die aus allen Teilen der Republik anreisen sollten. Tatsächlich kamen, laut sächsischer Polizei, jedoch deutlich weniger. Einige Veranstaltungen mussten deshalb sogar mangels Masse abgesagt werden. Während im letzten Jahr noch über 1.000 Menschen gekommen waren, zählte man in diesem Jahr nicht einmal die Hälfte. Und zu saufen gab auch nichts, denn schon am vergangenen Freitag hatte das Verwaltungsgericht der Landeshauptstadt ein Alkoholverbot für das gesamte Festivalgelände erlassen und Polizei und Technisches Hilfswerk konfiszierten 4.200 Liter Bier. Damit die am Ort weniger erwünschten Subjekte sich nicht in den Supermärkten eindecken konnten, organisierte das Begegnungszentrum St. Marienthal eine Aufkaufaktion, bei der die Ostritzer Bürgerinnen und Bürger mehr als 100 Kisten Bier nach Hause trugen und die Rechtsextremen auf ihre Weise „aushungerten“. Die Stimmung fasst z.B. @entePatinho auf Twitter so zusammen: „Meine Frau hat etwas gegen Rechte. Ich habe wieder Bier zu Hause. Danke #Ostritz“

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder. Anders ist das auf meinem eigenen Blog.