8 Stunden reichen, wöchentlich

Was hat Arbeit mit Vitamin C gemein? Beides ist bis zu einer bestimmten Menge sinnvoll. Aber alles, was darüber hinaus geht, neigt dazu, Schaden anzurichten. Eine Überdosierung von Vitamin C durch Einnahme von Vitaminpräparaten macht krank; zuviel arbeiten hat denselben Effekt. An dieser Stelle geht es aber nicht um gesunde Ernährung, sondern um gesunde Arbeit. So soll der britische Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes schon 1928 mit dem technischen Fortschritt so viel Hoffnung verbunden haben, dass er eine Prognose wagte und meinte, dass die Menschen der auf ihn folgenden Generation nur noch 15 Stunden in der Woche arbeiten müssten. Ein ganzes Menschenleben später legte Erich Rauch, Professor am berühmten MIT, noch eins drauf und kritisierte indirekt die Norm der 40-Stunden-Woche. Um das Arbeitspensum zu erledigen, das ein durchschnittlicher Angestellter im Jahr 1950 in 40 Stunden erledigte, seien im Jahr 2000 eigentlich nur noch 11 Stunden erforderlich.

Dieser Wert liegt nun sehr nahe an dem Wert, zu dem eine britische Studie gekommen ist, die untersuchen wollte, wieviel Stunden ein Mensch arbeiten sollte, um die Vorteile einer außerhäuslichen Beschäftigung zu genießen, ohne aber deren Belastungen aushalten zu müssen. So konnte festgestellt werden, dass sich die positiven Effekte außerhäuslicher Arbeit in der Gruppe mit der geringsten Arbeitszeit (1-8 Stunden) nur unwesentlich von den positiven Effekten der Personen mit der höchsten Arbeitszeit (44-48 Stunden) unterschieden; die negativen Effekte nahmen jedoch mit einer höheren Arbeitszeit deutlich zu. Es wäre also sinnvoll, so die erwähnte Studie, den Einsatz sogenannter künstlicher Intelligenz dazu zu verwenden, die Arbeitszeit der Arbeitnehmer und -nehmerinnen deutlich zu vermindern, am besten auf maximal 8 Stunden wöchentlich.

Burkhard Heinz
mediatpress®

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder. Anders ist das auf meinem eigenen Blog.