Stuttgarter Friedenspreis
Redaktionelle Bearbeitung der Vorschläge (II)

 

Die Redaktionssitzung ist zu Ende. Nach etwas mehr als drei Stunden. Wir hatten alle gedacht, dass es schneller zu machen ist. Aber 35 Vorschläge sind kein Pappenstiel. Die Texte waren vor unserem Treffen von uns vieren so weit bearbeitet worden, dass sie bereits die vereinbarte Länge von rund 1.000 Zeichen hatten. Mit Ausnahmen. Das war dann auch der Anlass für kleinere Meinungsverschiedenheiten. Es war schon klar, dass es keine erbsenzählerische „Punktlandungen“ geben kann; die Texte konnten nicht exakt 1.000 Zeichen umfassen. Aber fünf Prozent nach oben oder unten – 950 bzw. 1050 Zeichen – sollten doch möglich sein. Der mehr journalistische Standpunkt bestand jedoch darauf, den Lesefluss in den Mittelpunkt zu stellen, um schnell auf den Punkt zu kommen. Wie löst man so einen Konflikt? Gar nicht, man akzeptiert ihn und akzeptiert Texte, die dann nur 700 Zeichen lang sind.
Vorgenommen hatten wir uns darüber hinaus, für jeden Vorschlag eine prägnante Überschrift zu finden und zu entscheiden, ob ein Vorschlag überhaupt den Kriterien des Stuttgarter Friedenspreis entspricht. Bei den Überschriften gab es so gut wie keine Probleme. Und die Kriterien? Die waren wieder etwas schwieriger.
Ein Kandidat darf im letzten Jahr nicht schon einmal für den Stuttgarter Friedenspreis vorgeschlagen worden sein. Das war einfach zu ermitteln. Darüber gab es nichts zu diskutieren.
Ein gültiger Vorschlag darf vorher keine andere wichtige Auszeichnung bekommen haben. Schon etwas komplizierter. Was ist schon eine „wichtige“ Auszeichnung? Und spielt es eine Rolle, wann die Auszeichnung vergeben wurde? Ist es gleichgültig, ob eine „wichtige“ Auszeichnung vor einem Jahr oder vor 15 verliehen wurde? Vielleicht nicht so richtig.
Während in vergangenen Friedenspreis-Redaktionssitzungen Vorentscheidungen vom Vorstand bezüglich Gültigkeit der Vorschläge getroffen wurden, standen wir dieses Jahr ohne Vorentscheidungen des Vorstands da. Einigen konnten wir uns bei den meisten Vorschlägen. Bei den Vorschlägen, bei denen wir uns nicht einigen konnten, sind wir dann zu dem Entschluss gekommen, die entgültige Entscheidung dem Vorstand zu überlassen.

Über Mir

"Mir" ist ein Pseudonym. Ein Personalpronomen. Alle Beiträge von "Mir" geben nicht die Meinung der Anstifter und oft sogar noch nicht einmal meine eigene wieder. Ganz anders ist das auf dem Blog textbewegt. Aber da schauen Sie jetzt besser nicht vorbei!