Behemoth: »Der National­sozialismus ist kapitalistisch und anti­kapitalistisch«

Franz Neumanns Anfang der vierziger Jahre im US-amerikanischen Exil entstandene Studie »Behemoth« gilt als die erste umfassende Strukturanalyse des NS-Regimes. Seit dem 29. März liegt es in einer Neuauflage der EVA vor. An Helge Pross schreibt Neumann kurz vor seinem Tod:

»Vielleicht ist es ein Schuldgefühl, das ganz tief sitzt: Wie oft habe ich mir nach 1933 die Frage vorgelegt, wo meine Verantwortlichkeit für den Nationalsozialismus eigentlich steckt (…) Ich habe ja mit eigenen Augen gesehen, wie verlogen die SPD in den Monaten Juli 1932 bis Mai 1933 war (und nicht nur damals), und habe nichts gesagt. Wie feige die Gewerkschaftsbosse waren – und ich habe ihnen weiter gedient. Wie verlogen die Intellektuellen waren – und ich habe geschwiegen.«

mehr in der jungle.world

 

Ein Gedanke zu „Behemoth: »Der National­sozialismus ist kapitalistisch und anti­kapitalistisch«

  1. Vll dazu
    Emil CARLEBACH:
    -Von Brüning zu Hitler. Das Geheimnis faschistischer Machtergreifung!
    -Hitler war kein Betriebsunfall
    „Verwendet werden insbesondere Aufzeichnungen des Reichskanzlers Heinrich Brüning, Protokolle aus den Parteiakten des SPD-Vorstands und Erlebnisschilderungen von Sozialdemokraten. Als einen verhängnisvollen Fehler betrachtet der Autor die mehrheitlich ablehnende Haltung der Sozialdemokratie gegenüber einer Einheitsfront mit den Kommunisten gegen die Nationalsozialisten. Es sei eine große Fehleinschätzung gewesen, auf den Reichspräsidenten Hindenburg, auf den Staatsgerichtshof oder auf „Aufpasser“ im Regierungskabinett Hitlers (Papen, Krosigk, von Neurath) zu vertrauen oder darauf, daß die Regierung sich abwirtschaften werde .
    Carlebach gibt eine Reihe von Beispielen dafür, daß viele Verantwortungsträger unter Hitler auch nach 1945 in Führungspositionen gelangen konnten.
    Parallelen zu den Entwicklungen in der Weimarer Republik will der Autor in der Bundesrepublik seit 1990 erkennen. Ausländerfeindliche Gewalttaten, ein gegenüber dem Rechtsradikalismus „blinder“ Staat und eine nicht mehr friedensorientierte Bundeswehr seien ernstzunehmende Warnzeichen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.