In den Maschinenraum der Parteien geschaut
Aussagen der Parteien – Plakatwerbung

Es ist Wahlkampf und eine Zeit, zu der man in hohem Maße belustigt durch die Straßen gehen kann. Die Absurditäten, die von den Wahlplakaten der Parteien ausgehen, sind kaum zu überbieten.

Z. B. eine Minipartei – nennen wir sie MLPD – will nicht mehr, als die „Proletarier“ zusammen schweißen. Und bitteschön die aus allen Ländern. Darunter macht es die MLPD nicht. Wie sie das machen will, bleibt ihr Geheimnis. Und da sie es offensichtlich selber nicht so ganz glaubt, machen die Oberlehrer der MLPD  mal eben einen Befehl daraus, mit einem dicken Ausrufezeichen. „Ey, Ey, Sir!“, kann man da nur sagen.

Herr Lindner schaut nicht – wie bei vielen Kandidatenbildern – dem potentiellen Wähler ins Gesicht. Er hat sich perfekt dem heute so häufig in unseren Straßen anzutreffenden „Geisterfußgänger“ angepasst und schaut auf seinen Smartphone-Bildschirm. Um auch nicht akustisch Kontakt mit den Menschen aufnehmen zu müssen, hat er sich Kopfhörer ins Ohr gesteckt. Den Slogan hat die FDP ein wenig  von Donald Trump geklaut. In der Kombination mit „Bedenken“ macht er den dahinter liegenden Geisteshorizont deutlich: dem Digitalen eine Bresche schlagen, das Nachdenken (Bedenken) hinten anstellen. Das ist übrigens das einzig ansprechende an diesem Plakat: das Spiel mit dem Wort „Bedenken“ und seiner Doppeldeutigkeit.

Und was bitte soll „NEU DENKEN“ sein? So wird das nichts mit der Wissensgesellschaft, mag man Christian Linder hinterherrufen, der aber hört ja nichts: wegen seiner Kopfhörer.

Fortsetzung folgt