Zurückbleiben, bitte!

In einem Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung Die Welt äußert sich der Berliner Erzbischof zu der „Ehe für alle“ kritisch. Er sagt in dem Gespräch aber gleichzeitig auch, wie er das Verhältns zwischen Staat und (katholischer) Kirche sieht. Das Parlament, so Koch, „kann dies (die „Ehe für alle“; m. Anm.) für den staatlichen Bereich beschließen. … Aber natürlich gibt es in anderen Bereichen, etwa der katholischen Kirche, einen anderen Begriffsinhalt.“ Was das Parlament also entschieden hat, muss nicht für die katholische Kirche gelten?

Weiter führt der 1954 in Düsseldorf als Heiner Koch geborene Geistliche aus, dass mit der (parlamentarischen) Abstimmung Differenzen nicht mehr als solche erkennbar seien, was nicht sachlich, sondern ideologisch begründet sei. Von „Ideologie“ und „Sachlichkeit“ hat er dabei ein sehr übersichtliches Verständnis, dessen für die Vernunft nicht zugängliche Komponenten er für sich ausblendet. Darum kann er persönlich davon überzeugt sein, dass die Schöpfungsordnung kein Zufall ist „und dass es einen guten Sinn hat, dass ein Kind einen Vater und eine Mutter hat. Das gelte nicht nur im Moment der Zeugung, sondern ein Leben lang. Ich glaube, dass der Schöpfer hier sehr klug gehandelt hat.“

War es auch der Schöpfer als Heiner Koch im August 2011 in einem örtlichen Konflikt anregte, dass der Lebenspartner eines schwulen Schützenkönigs beim feierlichen Schützenumzug nicht neben, sondern eine Reihe hinter diesem marschieren solle?

Über Mich

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Ein Gedanke zu „Zurückbleiben, bitte!

  1. Nach der Überzeugung von Bischof Heiner Koch hat Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen. Diese Aussage aus dem Schöpfungsbericht der Heiligen Schrift ist eine Vorstellung einer nomadisch geprägten Gesellschaft des vorderen Orients von vor 4.000 Jahren, die Jahrhunderte gebraucht hat, eine Identität aufzubauen. Das sollte der Herr Bischof in den Blick nehmen. Aber parallel – davor und danach – haben sich Glaubensrichtungen entwickelt, die andere Grundsätze leben. Dass Katholiken ein anderes Verständnis von Ehe haben, geht in Ordnung und sollte respektiert werden. Was nicht respektiert werden sollte, sind die Gewissensqualen, die aus dieser Vorstellung erwachsen können und die Eugen Drewermann so treffend in seinen Schriften beschrieben hat und daraus seine Kritik an der katholischen Moral entwickelt hat.

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