Rechter Titel auf Empfehlungsliste

Deutschland ist, wo man sich überrascht gibt, wenn ein Rechtsextremist Rechtsextremes schreibt und wenn Redaktionen, die diesem Rechtsextremisten, der außerdem die deutsche Bundesregierung beraten hatte, bis über das Grab hinaus treu zur Seite standen, eines seiner Büchlein in die von NDR und »Süddeutscher Zeitung« veröffentlichte Bestenliste »Sachbücher des Monats« aufnehmen und wärmstens zur Lektüre empfehlen. So geschehen mit dem posthum erschienenen Bändchen des durch eigene Hand verstorbenen Historikers Rolf Peter Sieferle, das in Götz Kubitscheks braunem Antaios-Verlag erschienen ist, die frohe Botschaft Finis Germania im Titel trägt und in dem der Ernst-Nolte-Schüler unter anderem den Holocaust zum »Mythos« erklärt und die Opfer der Shoah als »ominöse sechs Millionen« bezeichnet.

Wie die Jury für das »Sachbuch des Monats«, bestehend aus Redakteuren des   »Spiegel«, »Süddeutscher Zeitung«, »Frankfurter Allgemeine«, »Welt« und noch ein paar staatstragender Medienhäuser mehr sich haben überrumpeln lassen, dafür hat Bernhard Torsch eine einfache Erklärung.