Presseball#3
Sozialisten hintern Mond

Ende 2015 treffen sich Konservative aus Deutschland mit Erzkonservativen aus Ungarn weil sie sich um die ungarische Opposition, die Sozialisten, Sorgen machen. Naja, nicht nur. Aber, so der Gram der Ungarn, wenn einmal die Leute die regierende Fidesz nicht mehr wollen, dann sollen sie mehr Auswahl haben als nur die rechtsradikale Jobbik. Außerdem sei „eine stärkere linke Opposition nötig, um durch gelegentlich treffende Kritik zu gutem Regieren beizutragen“.

Die Tageszeitung Die Welt hat für die Unterstützung der Ex-Kommunisten durch die Anti-Kommunisten aber noch eine andere Erklärung. Viktor Orbáns Partei habe seit 2010 den Anspruch die Mitte der Gesellschaft zwischen den Sozialisten links und den Jobbiks rechts zu beherrschen. Fiele eine der beiden Kräfte weg, wo wäre dann die Mitte? Außerdem seien es oft dieselben Wähler und Wählerinnen, um die sich Jobbik und Sozialisten streiten. Aber, so abschließend Die Welt:“Bei ihren größten Problemen kann die Regierungspartei den Sozialisten nicht helfen: Die vor allem aus Rentnern bestehende Wählerschaft stirbt aus. Die Partei hat weder zugkräftige Persönlichkeiten noch besetzt sie wichtige Themen.“

Eines der Themen könnte jedoch der Plan der Deutsche Post sein, Pakete auf den Mond zu schießen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verweist auf eine Partnerschaft, die die Posttochter DHL jetzt mit dem us-amerikanischen Startup Astrobotic eingegangen ist. Das junge Unternehmen wirbt mit dem Satz „Our first mission is delivering payloads to the Moon for governments, companies, universities, non-profits, and individuals.“ Weshalb es spätestens in zwei Jahren möglich sein soll, zum Mond zu fliegen und dabei auch Dinge mitzunehmen. Allerdings, und das ist der Skandal, werden die Tickets nicht sozial verträglich bei Lidl oder Aldi verkauft, sondern für unverschämte 30.000 Dollar auf den Markt geworfen. Ob dieser Preis immer auch den Rückflug einschließt, konnte bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden. Wer zu unsicher sei könne allerdings schon ab knapp 500 Dollar, so die FAZ, in einer „Moonbox eine Locke der Liebsten, den Fingerabdruck des Babys, das ausgefallene erste Milchzähnchen oder einen Ring“ der Ewigkeit übereignen.
Ohne Zweifel und unabhängig vom Erfolg der Partnerschaft ist der Post und möglicherweise auch den Sozialisten, die diese Angebot gutheißen, das Image gesichert: bis hintern Mond.

Wie der spanische Regisseur Albert Serra nun nicht nur das Image von Ludwig Nr. 14 aufpoliert, zeigt ein Historienfilm, in dessen Mittelpunkt nicht alleine der Roi Soleil steht, sondern auch der aus zahlreichen Truffaut-Filmen bekannte Jean-Pierre Léaud. Dazu schreibt die FAZ respektvoll „Der Film ist ein doppeltes Porträt, denn Léaud verkörpert nicht nur Ludwig von Frankreich, sondern auch sich selbst, einen Monarchen des Kinos, der sich verabschiedet“

Über Mich

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