So ein Theater
The Trump Trial

Es ist so selten in vermeintlich fortschrittlichen Kreisen nicht, dass sich die Kritik am us-amerikanischen Präsidenten sippenhaftmäßig auch auf dessen Familie bezieht und selbst vor dessen jüngsten Sohn Barron nicht halt macht. So auch in einem kleinen Stuttgarter Theater, wo im Moment vor meist ausverkauften Zuschauerrängen, in einem kleinen, aber schlecht klimatisierten Raum in der Nähe der SBahnhaltestelle Dobelstraße, ein Stück mit dem Titel „The Trump Trial“ gespielt wird. Das wieder einmal viel zu lange Stück von Autor und Regisseur Christof Küster hätte trotz des unoriginellen Themas, aber aufgrund der guten Arbeit von Schauspielerinnen, Schauspielern und Regisseur das fast uneingeschränkte Lob des Kritikers verdient, wenn seitens des Autors nicht immer wieder eine Grundhaltung zutage treten würde, die den hässlichen Ami am Nasenring durch die Arena führt, damit der Saal voll wird. Der Gedanke des geneigten Zuschauers, ob man dieses Stück ohne wesentliche Veränderungen auch in Nodkorea, dem Iran, Venezuela, Russland oder sonst einem Mitglied des UN-Menschenrechtsrates aufführen könnte, wurde aus unbekannten Gründen nicht zu Ende gedacht. Nicht nur anspruchsvollere amerikansiche Medien wie die New York Times und die Washington Post konnten dank Trump unerwartet ihre Auflage steigern, auch kritische Klein-Geister hierzulande sehen zwischen ihren ausgestreckten Zeigefingern Flügel wachsen, unabhängig davon, ob sie vor der Wahl allen ernstes darüber nachdachten, ob nicht Trump angesicht der „neoliberalen Bedrohung“ durch Hillary Clinton der bessere Präsident wäre.
Trotz aller Einwände sind die ersten 60 Minuten von „The Trump Trial“ ein gelungenes Stück Theater, das nicht schlechter ist als vieles, was das Große Haus am Eckensee zu bieten hat.

Über Mich

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