Sag es treffend – Sag es kurz!

Die Anstifter sprechen oft eine klare, verständliche Sprache, wenn sie ihre Anliegen an die Frau/den Mann bringen. Das ist auch gut und richtig.

Komplizierte Namen und Begriffe (z.B. bei Medikamenten) lösen beim Leser andere Reaktionen aus, als einfache.

Die Beobachtung (bei Medikamentenamen, .d. A.) ist ein weiterer Beleg für die Auswirkungen der sogenannten Verarbeitungsflüssigkeit: Wie leicht oder schwer es fällt, eine Information zu berücksichtigen, wirkt sich bereits auf deren Bewertung aus. Wird etwa eine Aussage in einem klaren, gut leserlichen Schriftbild präsentiert, dann akzeptieren Leser diese eher als richtig. Die verwendete Sprache wirkt ebenfalls. So hat Daniel Oppenheimer von der University of California in Los Angeles demonstriert, dass der komplizierte Jargon etwa der Geisteswissenschaften kontraproduktiv ist. Legte der Psychologe Lesern die gleichen Aussagen in sperrigen und einfachen Formulierungen vor, hielten diese die Autoren der schwer verständlichen Texte für weniger intelligent. Auch an der Börse wirkt sich die Leichtigkeit aus, mit der Handelskürzel von Aktien gelesen werden können: Die Kursentwicklung profitiert von flüssig aussprechbaren Namen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 29.6.17

Wer präzise und einfach formulieren will, dem seien die Standartwerke von Wolf Schneider ans Herz gelegt, z. B. dieses hier:

Deutsch für Profis. Wege zu gutem Stil. Illustriert von Luis Murschetz.
Goldmann-TB, 288 Seiten, Preis 8,95 €

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