Presseball #2

Heute erscheint in der Süddeutschen das erste Interview, das Emmanuel Macron internationalen Medien gegeben hat. Für die Süddeutsche ist das Interview so wichtig, dass sie mit ihrem beliebten Push-Dienst und einer kleinen Notiz in die Hand-, Hosen- und Jackentaschen – oder wo die Smartphones und iDisplays auch immer aufbewahrt werden – darauf hinweist.
Das Interview beginnt mit einem großformatigen Foto eines gepflegten jungen Mannes, der immer noch neugierig macht auf das was er tut, sagt und tuen wird. Er wünsche sich den guten Geist der Kooperation zurück, wie er zwischen Miterrand und Kohl geherrscht habe. Er wolle, dass Europa die Werte, die es über Jahrzehnte in Welt verbreitet habe, gegen illiberale Demokratien und autoritäre Regime verteidigen. Mit Blick auf Ungarn und Polen machte er deutlich, dass Europa kein Supermarkt sei, in dem man billig an das kommt, was man braucht, sich aber sonst um Grundwerte nicht kümmere. Wieder sprach er davon, dass die Eurzone vertieft werden müsse, ein eigenes Budget benötige und eine demokratisch kontrollierte Regierung. Und in Syrien schloss er ein resoluteres Eingreifen Frankreichs für den Fall nicht aus, sollte das Assad-Regime erneut Chemiewaffen einsetzen. Zu Assad selbst, den Macron alles andere als schätzt, sagt er:“Ich mache die Amtsenthebung Assads nicht mehr zur Vorbedingung für alles. Denn ich sehe niemanden als seinen legitimen Nachfolger.“
Der französische Präsident scheint eine Vision zu haben, die von einer europäischen Grundhaltung durchwebt ist und alles andere als abgestanden wrkt: sogar die Annäherung an Russland, deren Regierung seit Monaten Marine Le Pen unterstützt, erscheint mit Macron nicht mehr unvernünftig.

Über Mich

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Ein Gedanke zu „Presseball #2

  1. Wenn der Presseball fortgesetzt wird, begrüßt das die Lerche. Vor allem die durchscheinende Ironie belebt den Anstifterblog. Also gerne Folge #3 bis n!

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