Frankreich nach der ersten Wahlrunde

Emmanuel Macron
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Die Partei des französischen Staatspräsidenten Macron geht als klarer Sieger aus der ersten Runde der Parlamentswahl hervor. Laut Hochrechnungen erhält La Republique En Marche zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem mehr als 32 Prozent der Stimmen. Traurig: Die Wahlbeteiligung ist unter 50 % abgesunken. Liegt es am sommerlichen Wetter? Nun geht es am nächsten Sonntag in die zweiter Runde. Es wird damit gerechnet, dass die Partei von Emmanuel Macron mit mehr als 400 der insgesamt 577 Sitze im Parlament vertreten sein wird. Das wäre eine satte, absolute Mehrheit und würde das verkrustete politische Establishment durcheinander wirbeln.

Leider sind wir in Deutschland meilenweit davon entfernt. Wer sich die Rede von Sarah Wagenknecht heute auf dem Parteitag der Linken angehört hat (Live-Übertragung auf der Homepage der Linken), hat erfahren, dass die Ehefrau von Oskar Lafontaine (wie ihr Mann) auf die SPD eindrischt und nicht die Hand für ein rot-rotes Bündnis ausstreckt. Schade.

So warf sie der SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz vor, anfängliche Hoffnungen auf einen Politikwechsel inzwischen enttäuscht zu haben. Die Linke bleibt auf Kurs: Eine ausdrückliche Verurteilung von Menschenrechtsverletzungen in Russland und China schafften es nicht ins Wahlprogramm.