Peru
Pedro Pablo Kuczynski

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Wenig hat man bisher über den neuen Präsidenten von Perú lesen können. Sein Name ist Pedro Pablo Kuczynski.

Folgt man der renommierten spanischen Tageszeitung El Pais, dann steht Pedro Pablo Kuczynski für den Geist einer gesamten Epoche. In seiner Person kreuzen sich Lebenslinien, die beeindrucken.

Pedro Pablos Vater war Max Kuczynski Schlesinger, der Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin geboren wurde. Max‘ Familie väterlicherseits stammte aus Posen, im heutigen Polen. Seine naturwissenschaftlichen und medizinischen Studien führten Max Kuczynski nach Freiburg, Berlin und Rostock. 1929 entwickelte er mit einem Team brasilianischer Ärzte eine Impfung gegen Gelbfieber, die auch heute noch eingesetzt wird. 1933 flieht Max Kuczynski vor den Nazis nach Lima. Dort heiratet er 1935 Madeleine Godard. Sie ist Schwester des schweizer Arztes Paul Godard, dessen Sohn Jean Luc Godard der bekannte Filmregisseur ist. Nach der Heirat nennt Max Kuczynski sich Maxime Kuczynski Godard und arbeitet u.a in einer peruanischen Leprastation, wo sein ungewohnt liebevoller und direkter Umgang mit den Kranken großen Eindruck auch auf eine Person macht, die damals grade 24 Jahre alt ist, Medizin studiert und mit dem Motorrad Südamerika bereist. Es ist der Argentinier Ernesto Rafael Guevara de la Serna, Che Guevara.

Maxime Kuczynski Godard, der 1967 in Lima stirbt, ist in den später 1940er-Jahren nach einem Gefängnisaufenthalt infolge eines Putsches so sehr von der Rückschrittlichkeit der peruanischen Machthaber enttäuscht, dass er die Ereignisse in China mit großer Hoffnung verfolgt. Dort setzt sich Mao Zedong im chinesischen Bürgerkrieg schließlich gegen die alten Machteliten durch. Max Kuczynski verbindet aber nicht nur große Hoffnung mit Mao, er gelangt sogar zu der Überzeugung, dass seine Kinder in China erzogen werden sollten. Diesem Ansinnen kann sich seine Frau Madeleine jedoch widersetzen, so dass dem heutigen Präsidenten Perus die massenmordende kommunistische Tradition unter Mao Zedong erspart bleibt.

Während in den späten 1960er-Jahren die auch von der Studentenbewegung hoch gehaltene chinesische Kulturrevolution Lynchmorde und Pogrome begeht, bei denen hunterdtausende Menschen dem Volkszorn zum Opfer fallen, kehrt der nun unternehmerisch tätige Pedro Pablo Kuczynski nach langen Studien- und Berufsaufenthalten im Ausland 1967 nach Peru zurück, um bei der Zentralbank des Landes zu arbeiten.

Kuczynski wird dem wirtschaftliberalen Spektrum Perus zugerechnet und ist gut mit dem Schriftsteller Mario Vargas Llosa befreundet. 1990 wollte Vargas Llosa selbst Präsident werden, verlor die Wahl jedoch gegen den heute u.a. wegen Korruption Inhaftierten Alberto Fujimori. Dessen Tochter Keiko war nun die Verliererin gegen Pedro Pablo Kuczynski.

Über Mich

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