Kino
Alles was kommt

Im Mittelpunkt Isabelle Huppert, von der wir jetzt wissen, dass sie am liebsten ihre linke Seite gefilmt haben möchte. Von der Regisseurin – Mia Hansen-Løve – ist nun klar, dass sie dem Wunsch ihrer Hauptdarstellerin gerne entsprochen hat. Die Geschichte: ein Mann trennt sich von seiner Frau, die Mutter der Frau stirbt, die Katze heißt Pandora und die Frau kennt eine Land-Wg, die sich unter anderem darüber unterhält, ob die Aufsätze in ihrer Zeitschrift anonym oder mit Namen unterzeichnet werden sollen. Es fallen lauter philosophische Namen, man schreibt für Verlage und unterrichtet an Universitäten. Das einzige Wesen, das die Frau umarmt mit aller ihrer Liebe – davon scheint sie nicht viel zu haben – ist ihre Katze Pandora, mit der sie trotz Katzenallergie auch in einem Bett schläft. Ein seltsam aseptisches Filmereignis dessen Bemühungen um Intellektualität erstaunlich sind. Es waren außergewöhnlich viele Zuschauer im Kino, die sich den Berliner Silbernen (Regie-)Bären 2016 ansahen. Alles was kommt läuft derzeit im Stuttgarter Atelier am Bollwerk

Über Mich

"Mich" ist ein Pseudonym. Alle mit diesem Pseudonym gekennzeichneten Beiträge GEBEN NICHT DIE MEINUNG DER ANSTIFTER und oft sogar noch nicht einmal meine eigene Meinung WIDER.

Ein Gedanke zu „Kino: Alles was kommt

  1. Es sprechen einige Argumente für den Besuch dieses Films, viele dagegen.
    Pro:
    • wir sehen Isabelle Huppert, die auch mit 63 Jahren noch bezaubernd aussieht (was der Kommentator – in ähnlichem Alter – nicht von sich sagen kann).
    • Freunde der guten Kleidung sehen Isabelle Huppert in jeder Szene(!) in einem anderen Kleid/Outfit
    • Auch nach 70 Filmen spielt sie alle Mitspieler an die Wand mit ihren spröden Gesten und ihrer Präsenz.

    Kontra:
    • Es ist ein Film, der von Philosophie handelt aber sie nicht wirklich ins Leben bringt.
    • Die politische Realität in Frankreich (unter Präsident Nicolas Sarkozy) wird nicht wirklich einbezogen, bleibt Staffage.
    • Wie ein großer Teil der Filme des französischen Films wird geredet, geredet, geredet.
    • Eine Grundregel des Schreibens wird damit verletzt: Show, don’t tell
    • Der Film hat nicht wirkliche einen Helden (selbst Isabelle nicht)
    • Die zu verhandelnden Themen (Trennung nach langer Ehe, Pflege der alten Mutter, Rolle als Oma) werden nur angerissen, nichts wird vertieft.
    • Es werden Klischees herangezogen.
    • Es wird keine eine spannende Geschichte erzählt: der Film plätschert 100 Minuten dahin ohne jeglichen Höhepunkt.
    • Die Bildsprache ist Fernseh-Einheits-Wahre.
    Wie erfrischend anders dagegen der neue Film von Maren Ade! So, wie er die Globalisierung erklärt und ad absurdum führt, hat der Kommentator es schon lange nicht mehr gesehen. Da sollte sich Albrecht Müller von den Nachdenkseiten sich mal ein Beispiel nehmen. Fazit: Zum Konsum dieses Filmes wird dringend geraten.

    Wo wir gerade bei Kritik sind: Von dem Film „Genius“ rät der Kommentator nachdrücklich ab. Seine Kritik dazu findet sich hier:

    http://www.lerchenflug.de/elsternest/genius-streichen-streichen-streichen/

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