Ergänzung
„Kultur des Hasses“

netanjahu

In der Online-Ausgabe der Stuttgarter Zeitung illustriert seit gestern Abend das hier gezeigte Bild ein Interview mit einem Psychologen namens Rolf Verleger. Man muss die Meinung dieses Herrn nicht teilen, aber man kann Anstoß an dem erwähnten Bild nehmen, auf dem Benjamin Netanjahu, der Ministerpräsident Israels, in der Pose des blutsaugenden Kindermörders dargestellt wird, eine – vorsichtig ausgedrückt – von Hass (und gewissen Klischees) „nicht ganz freie“ Darstellung. Neben der Frage, ob einem selbst aufgefallen ist, wer oder was auf dem Pappschild zitiert wird und in welchen Zusammenhang einem ganz ähnliche Darstellungen schon einmal begegnet sind, könnte man sich noch am Kopf kratzen und sich fragen, was denn die Überschrift bedeuten könnte: „In ISRAEL (meine Hervorhebung) gibt es eine Kultur des Hasses“. Ja wurde das Foto denn in Israel oder in Deutschland aufgenommen?

Das Bild stammt übrigens von Daniel Bockwoldt und wurde auf einer Demonstration in Berlin aufgenommen. Es illustriert im Online-Angebot der Westdeutschen Zeitung einen Text über judenfeindliche Parolen bei Demonstrationen gegen Israels Militäreinsatz im Gazastreifen. Der Nordbayerische Kurier macht das Bild sogar zum Thema und schreibt: „Anti-israelisches Plakat bei einer Demonstration in Berlin„. Die in Nordrhein-Westfalen erscheinende (konservative) Rheinische Post verwendet das Bild und formuliert noch klarer: „Entsetzen über antisemitische Hass-Parolen„.

Die Bildunterschrift in der Stuttgarter Zeitung lautet übrigens: „… Ministerpräsident Netanjahu steht wegen seiner Palästina-Politik im Zentrum der Kritik.“

Hm. So sieht also das „Zentrum der Kritik“ aus…. (bh)

Über Mich

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3 Gedanken zu „Ergänzung: „Kultur des Hasses“

  1. Es gibt ihn den europäischen Antisemitismus mit langer Tradition
    Auch in der arabischen Welt gibt es Spuren davon.
    Die jungen arabischen Palästinenser jedoch treibt der blanke Hass auf jenes Israels, das ihren Vätern früher das Land beschlagnahmt hat und heute ihre Häuser zerstören wenn sie es wagen sich gegen die Unterdrückung zu wehren – manchmal nur durch eine Steinwurf.
    Nein – das ist kein Antisemitismus.

    Blindwütige rassistische Hetze von offenbar gut organisierten Gruppen kann damit jedoch nicht entschuldigt werden. Was aber ist die Alternative zur Solidarität und Dialogbereitschaft mit den
    Gedemütigten ?

    Die Kampfeiheit von Nazis und Islamisten ?

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