Schmähbrief Nr. 38
Die Tage werden länger und der Kittl is noch lang nicht g’flickt!

Schmähbrief Nr.38 zum 30.12.2013
(nachrichtlich an DB und die Fraktionen im Landtag und Gemeinderat)
Die Tage werden länger und der Kittl is noch lang nicht g’flickt!
Der Sigi wieder, nochmal (das ist der, ihr erinnert euch vielleicht, den es vor Jahren von München nach Stuttgart verschlagen hat, lebensumständehalber), also der Sigi hat zum Jahreswechsel ein paar gute Nachrichten aufgesammelt. Zum Beispiel diese: „Stuttgart wird Einkaufsstadt schechthin“ in einem Interview mit dem Breuninger-Chef Willy Oergel, 11. Nov.13) und im Untertitel hoaßt’s:„…ist überzeugt, dass die neuen innerstädtischen Einkaufszentren Kaufkraft aus dem Umland abziehen“. Letzteres moant der nicht kritisch, sondern mit stolzgeschwellter Brust. Also, dann brauchts ihr nicht mehr am Wochenende nach New York jetten zum Shoppen, gibt’s ois hier: auf knapp zwei Kilometer Innenstadt ein fünftes, mit dem DorotheenQuartier ein sechstes Center! (Da wird’s nicht nur des Gerber und auf der andern Seitn des Milaneo geben, da gibt’s dann noch das Bülow-Dings, die Königsbau-Passagen gibt’s schon, und in der Ruine des Bonatzbaus wird der irrelaufende Reisende willkommen geheißen im „Einkaufsbahnhof“)

Die kleinen und etwas größeren Händler und Kaufleut können dann bis zur Insolvenz in der Nase bohren, und die Einkaufsstadt darf sich freun über über den Autoverkehr aus dem Umland, weil mit der S-Bahn is es ja nicht so sicher, dass du ankommst. Und der Kuhn, der wo ein OB is, kann sich seine eventuellen Ideen von einer Verkehrsberuhigung an die Backe schmieren.

Und die saturierte Honoratiorengesellschaft in dieser Stadt mitsamt ihren Vertretern im Gemeinderat rasiert für den Breuninger den zweiten Stock vom Hotel Silber, wo die Gestapo einst ihre Verbrechen geplant… Kannst ja ois in Büchern nachlesn. Aber Turmforum von der DB, da kannst dann authentisch erfahrn, wie sich die DB eine moderne Infrastruktur zurechtbiegt.

Die nächste gute Nachricht wär dann die, dass Porsche einen neuen „Hochbeiner“ entwickelt. Nach dem Cayenne (mit dem ja bekanntlich die S21-Gegner zum Demonstriern fahrn – Gerhard Matzig in der SZ) gibt’s den „Macan“, die „geduckte Raubkatze“(Sonntag aktuell vom 1.12.13) Auf gehts, gema Straßen besetz’n. 1400 Arbeitsplätze in Leipzig.

1400 Eisenbahnbrücken san marode, entdeckt der Rüdiger Grube. Is doch schad, dass der DB das Geld dafür fehlt, weil Tunnel jede Menge, auf der Alb und in Stuttgart und Gottes Segen und Schmiedel und Infrastruktur.

Und des is auch schön: dass die Stuttgarter Zeitung sich als Saubermann betätigt. Ihr strammer Maxe, der Markus Heffner, der ja schon entdeckt hat, dass dem Kuhn seine Absage an die Tunnelfeier in Untertürkheim am 4. Dezember ein „Affront“ is, bescheinigt unsereinem, das „Maß (jegliches) verloren“ zu haben, weil eine nicht genehmigte Demonstrationsroute am 23. 12. Beim nächsten Mal darf dann die Ordnungsmacht zuhaun, aber ohne Untersuchungsausschuss, gell!

Im Dezember vor einem Jahr hat die DB-Dings zugeben müss’n, dass sie noch zwei Milliarden drauflegn müsst’n für des S21-Dings. Und der Aufsichtsrat samt Gewerkschaftsfuzzi is dann eingeknickt, und seitdem is das Maß noch lang nicht voll.

Der Sigi erinnert an die Bürgerbegehren Storno und Leistungsrückbau. Des wär dann eine Gaudi, wenn unsereins darlegn könnt, dass der Kittl noch lang nicht geflickt is.

Wenn ihr das Blattl umdraht, könnt ihr noch was lesen…
des wollt der Sigi noch mitgeb’n zum neuen Jahr, bevor alles neu wird:

Mathis Wackernagel, ein Schweizer Stadt-und Regionalplaner, rechnet seit Jahren aus, wieviel Land-und Meeresfläche die Natur brauchen würde, um die Stoffe, die wir ihr entnehmen, zu regenerieren und die Abfälle aufzunehmen. Er nennt es den ökologischen Fußabdruck. Seine traurige Botschaft: der Fußabdruck ist mehr als anderthalb Erden groß.

Überraschender ist die andere Botschaft: 1961, im Jahr seiner ersten Bilanz, genügte der Menschheit noch die halbe Erde. Die Schwelle zur Übernutzung des Planeten haben wir in den siebziger Jahren überschritten.

Damals waren wir zwar erst vier Milliarden Menschen. Die Frage stellt sich: war das Wohlstandsniveau der siebziger Jahre unakzeptabel niedrig?

(aus der Stuttgarter Zeitung vom 2. Juli 2013)

Über Mich

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Ein Gedanke zu „Schmähbrief Nr. 38: Die Tage werden länger und der Kittl is noch lang nicht g’flickt!

  1. olso i hab grod an film gsehn übam filosofen, der gsagt hot, des miat dea technik un deam foartschritt, des soi in oardnung, nua ma müssn sean, doss dea kapitalismuas ni oalles versauen tuat. des soi das probleam oda soa ähnlich. füarn guates buach muas i e int stoad. do kann i dann oach n paar neu schua kaufn di i hia ni kriag. schoiß doarf!

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