Film
Viktors Kopf

Die Filmemacherin Carmen Eckhardt macht sich auf die Suche nach dem Schicksal ihres Urgroßvaters jahrzehntelang ein düsteres Familiengeheimnis. Er sei verschollen, ein Verräter, so hieß es. Vor Kurzem fand sie heraus: Ihr Urgroßvater Viktor Kunz wurde 1943 von Volksgerichtshof als Volksverräter verurteilt und im Lichthof des ehemaligen Stuttgarter Justizgebäudes enthauptet. In mühsamer Recherche findet sie heraus:

Georg Viktor Kunz ist der uneheliche Sohn des Georg Baron von Örtzen, geboren 1885 in Marseille.

Großgezogen wird er von dessen Hausdame, Hermine Kunz. Mit 15 verlässt er seine Pflegemutter und wird politisch aktiv. Viktor kämpft für soziale Gerechtigkeit im Berlin der 20er Jahre. Er mobilisiert Zigtausende und organisiert Aufstände. 1923 gehört er zu den Mitbegründern der Autonomen Pfalz. Später verfolgen ihn die Nazis. Er geht in den Untergrund und organisiert Widerstand und Sabotageakte. Viktor fliegt auf und wird wegen Hochverrat zum Tode verurteilt und „für immer ehrlos“ erklärt. Carmens Urgroßvater wird 1943 im Hof des Justizgebäudes in Stuttgart mit der Guillotine enthauptet. Sein Leichnam verschwindet im Anatomischen Institut der Universität Tübingen und wird dort als anatomisches Präparat missbraucht… Carmen Eckhardt versucht nun, das Unrechtsurteil gegen ihren Urgroßvater offiziell anzufechten. Sie begleitet ihre Spurensuche mit der Kamera – es entsteht ein Dokumentarfilm – mit unserer und Ihrer Unterstützung.

Carmen Eckhardt ist seit 18 Jahren Filmemacherin und hat über 20 Fernsehdokus und Reportagen realisiert – für die ARD, das ZDF, 3sat, ARTE u.a.