Schmähbrief Nr. 26 zum 10. September 2012

Der Sigi meint, dass er sich auf keinen Fall mehr aufregn will über des FordschriddDings S21.Höchstens über den Humor der Dingsbefürworter-und Betreiber.. Beispielsweise über den von dem Bürger Turner, der einer besorgten Häuslesbesitzerin antwortet, wenn was passieren tät, dann tät er ihr das Häuschen abkaufen. Das ist jetzt nicht ganz so witzig wie das Bad des ersten deutschen Umweltministers Klaus Töpfer im Rhein, der damit demonstriern hat wolln, dass da die Fische durchaus noch eine Zukunft hätten. Weil der Turner offenbar Geld hat aus seiner erfolgreichen Unternehmertätigkeit (auf die er die besitzenden Stuttgarter und sonstigen Wirtschaftsleute hinweist, um seine Kompetenz als Bürger Oberbürgermeister zu belegen), könnt er den anderen Humoristen, den Herrn Kefer von der DB konterkarieren, der im Filderdialog witzelt (weil, der grinst ja andauernd), wenn die einen besseren Lärmschutz wollen, dann solln sie ihn auch finanzieren – also die auf den Fildern. Der Bürger Turner könnt ihm jetzt diese Pointe klauen, indem er sagt, er täts bezahlen! Weil er ja versöhnen will in dieser Stadt. Und als Fachmann weiß er ja, mit Geld kannst du fast alles richt’n oder hinbiegen. 25 Millionen Euro will die DB bereitstellen bis 2020, damit sich rebellische Stuttgarter endlich dem Diktat des faktischen Rückbaus von Infrastruktur beugen. Jessas, der Sigi!

Dann schaut der Sigi am 5. September auf die Titelseite von der Stuttgarter Zeitung und liest: „S21: Bahn erwartet hohe Mehrkosten“ und dann schaut der Sigi als geübter Zeitungsleser rechts zum Kommentar und liest die Schlagzeile „Das Milliardengrab“. Der Sigi reibt sich die Augen, hat die StZ jetzt die Argumentation von den Gegnern übernommen?! Ha,ha,ha, Pfeifendeckel, du musst weiterles’n, drunter steht nämlich, dass es um den Berliner Flughafen geht: „Der Skandal um den Flughafen offenbart massive Defizite bei der Planung“.

Also, der Kommentar von dem Thomas Wüpper: Meiomei, haut der auf’n Putz, und der Sigi denkt schon, wenn woanders so eine Bausauerei passiert, dann san’s frech, die von der Stuttgarter Zeitung. Aber dann liest der Sigi den letzten Absatz:“Das Skandalprojekt offenbart seit Langem, dass es auch in Deutschland gewaltige Defizite bei der Umsetzung großer Infrastrukturprojekte gibt – und zwar auf allen Ebenen. Diese Erkenntnis ist nicht neu, seit das Bahnprojekt Stuttgart 21 zum öffentlichen Streitfall über Sinn und Unsinn solcher Vorhaben geworden ist. Die Parallelen sind offensichtlich…“ Da schau her, grinst jetzt der Sigi, und meint, dass man zusammenfassend titeln könnt: „Stuttgart ist auch nicht besser als Berlin“, abgewandelt den Buchtitel „Stuttgart ist besser als Wanne-Eickel“ von der Guntrun Müller-Enßlin. Letzteren Titel findet der Sigi garnicht lustig, weil ihm der Ruhrpott inclusive Wanne-Eickel besser gefällt als München (wo der Sigi herkommt) und besser als Stuttgart (wo benanntlich der Fordschridd haust) Der Peter Grohmann meint „Das Buch des Widerstands“. Naja, meint der Sigi,nostalgisches Obengeblieben. Aber den Sigi täts freuen, wenn die Pastorin mal wieder eine Rede halten tät. An scheana Gruß! (verantwortl. E.Boeck/ Cannstatt)