Schmähbrief Nr.24 2. Juli 2012

nachrichtlich an die DB und die Fraktionen der Parteien im Landtag und Gemeinderat

Der Sigi wieder (des is der, den’s vor Jahren von München nach Stuttgart verschlagn hat, lebensumständehalber), der Sigi also meint, dass wir eigentlich nicht mehr demonstriern müsst’n, weil doch alles, was die Gegner von dem Projeggd S 21 angemahnt hab’n, nacheinander eintritt. Jetzt die G’schicht mit dem Grundwassermanagment, das neu verhandelt werden muss, wo doch alles „bestgeplant“ ist. Die Zukunft sowieso!

Der Achim Wörner is ganz traurig, schreibt er doch in seiner Stuttgarter Zeitung vom 28.Juni 2012, dass das Projeggd „unerwartet“ in Schwierigkeiten kommen tät. Unerwartet? Das heißt Verleugnung des Zeitgeschehens, zumindest in dieser Stadt, spätestens seit dem sog. Stresstest angemahnt, Sakrament“! Meint er noch:“Wer mit dem Bürgervotum freilich die Hoffnung verbunden hatte, es würde ruhiger werden um das Thema, sieht sich inzwischen getäuscht.“ Ruhiger hättn wir werden solln, genau! Die Kritik hört nicht auf, trotz solcher Medikationen zur Ruhigstellung: Schlichtung im Nov.2010, Stresstest Juni 2011 („das höchst einseitige, in allen Details manipulierte Ergebnis“ – diese Feststellung stand nicht in der StZ, sondern in der SZ vom 20.12.2011), dann Volksabstimmung, …zur weiteren Ruhigstellung jetzt der Filder-Dialog, weil’s jetzt den Bürger entdeckt haben zum „Anhörn“. Da schaugst, meint der Sigi.

Der Herr Pöllath vom Baukonzern ZÜBLIN, der von Anfang an dran gebastelt hat, dass seine Mannschaft den Tiefbahnhof bauen darf, hat am 22. Mai 2012 in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung eine Ruhigstellung zum GrundwasserDings schwurbeln dürf’n:…“soweit wir die Unterlagen studiert haben, ist alles sauber durchdacht und gut aufbereitet“. Und am Ende des Interviews, in dem er alle Dämlichkeiten aus der Hochglanzwerbung wiederkäuen durfte, (wie weiland die Herren Zetsche oder Leibinger oder Dingsbums), feiert er schon das Ende dieser unendlichen Geschichte: „Am 13. Dezember 2020 treffen wir uns mittags um 12 Uhr am Gleis sechs (gemeint ist wohl der Tiefbahnhof) zum Anstoßen, dann ist der Fahrplanwechsel und alles fertig.“

Ob der Herr Pöllath jetzt unruhig wird? Da sei die Spieldose vom Herrn Grube vor, der Herr Dietrich: A-a-a-lles i-i-m Pl-a- a-n! Und in derselben Ausgabe der StZ sieht der Ruhigsteller Turner zum beifälligen Nicken aller Stammtische von CDU,FDP, Freie(n) Wähler(n) „großen Abstimmungsbedarf zwischen allen Beteiligten“.

„Ruhigstellungsdemokratie“ – meint der Sigi. Wir könnt’n doch daheim bleiben, die fahr’n des Ding schon selber an die Wand! Wenn’s unterwegs net so viel kaputtmach’n tätn. Überall auf der Welt. Mit ihrem ganzn Ingenieurswissen. „Die Zukunft war früher auch schon besser“, meinte der Karl Valentin.

„Wir sind Demokratie“ heißts heut abend im Theaterhaus. So lustig ist der Titel jetzt auch wieder nicht, wir wolln ja nicht Papst werden. (BILD hat bekanntlich nach der Papstwerdung des Herrn Ratzinger getitelt „Wir sind Papst“) Wir können aber davon ausgehn, dass die Damen und Herrn aufm Podium der Unruhe das Wort redn.

Es grüßt euch vom zugigen Dach der Elbphilharmonie sowie aus den Katakomben der Berliner Flughafenruine – der SIGI! (verantwortl. E.Boeck, Cannstatt)