Heimatidylle und Dorfgemeinschaft
HdM-Studenten drehen „Zwischen Himmel und Hölle“

Heimatfilm ist langweilig und altbacken? Keineswegs. Glaubt man drei Studierenden der Hochschule der Medien (HdM) eignet sich die Kulisse des Schwarzwaldes perfekt um das Gegenteil zu beweisen. Der Name des Films ist dabei Programm.
Christian Bluthardt, Andreas Betz und Corinna Kübler haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: sie wollen zusammen mit 20 weiteren Kommilitonen im Rahmen ihres Masterabschlusses einen Kurzfilm produzieren. Ab Mitte August soll ein Film entstehen, der das Thema „Heimatfilm“ von einer ganz neuen Seite belichtet: während der zeitgenössische Heimatfilm der 1950-er und 1960-er Jahre die Welt idealisierte, will „Zwischen Himmel und Hölle“ auch die negativen Seiten hinter der Idylle zeigen. Zu viel von der Handlung soll natürlich noch nicht verraten werden, jedoch verspricht das Projektteam: „Die himmlische Schwarzwaldkulisse steht im Film in einem krassen Kontrast zu den höllischen Abgründen der Bewohner eines kleinen Dorfes und ihrer verschworenen Gemeinschaft. Der Film ist eine Mischung aus gesellschaftskritischer Allegorie, Western, Spannung und Action vor Heimatfilmkulisse.“
Geschichte aufbereiten
„Zwischen Himmel und Hölle“ beschäftigt sich dabei auch mit dem deutschen Nachkriegs¬Film. Es geht um das Zusammenspiel von Trümmerzeit und Wirtschaftswunder – vor allem aber um den von nun an neu geschöpften Optimismus. Zu Letzterem hat vor allem die Filmwirtschaft erheblich beigetragen.
Der Film stellt die Verdrängungsmechanismen des deutschen Nachkriegsfilms in Frage und rechnet mit den typischen „heile-Welt“-Klischees ab. Ein so nie gesehenes oder gezeigtes Bild der deutschen „Heimat“ in den Nachkriegsjahrzehnten wird hier denkbar realistisch konstruiert – und demonstriert dabei einmal mehr die Macht der Medien, die sogar als Erinnerungskapital an nie erlebte Zeiten fungieren können. Die in früheren Heimatfilmen gezeigten Lügen werden in Frage gestellt und inhaltlich und ästhetisch demontiert.
Eine kleine Zeitreise
Die Handlung des Films spielt im Jahr 1976. Das ist natürlich einerseits eine große Herausforderung für Szenenbild, Kostüm und Maske, entkoppelt den Film aber aus der heutigen Welt und gibt ihm einen zeitlosen Anstrich. „Uns ist es wichtig eine Geschichte zu erzählen, die genau so hätte passieren können. Und wenn nicht so, dann sind zumindest die menschlichen Antriebe und Motive immer dieselben,“ so der Regisseur und Drehbuchautor Christian Bluthardt. Im Schwarzwald hat das Team Drehorte gefunden, an denen man genau diese Vorstellung umsetzen kann. Trotzdem betont das Projektteam: „Wir erzählen keinen bestimmten Ort. Die Region in der wir drehen steht lediglich sinnbildlich für all die verschworenen Gemeinschaften, die es überall auf der Welt gibt.“
Unterstützer gesucht!
Die Produktion eines Filmes ist, auch für Studenten, teuer. Daher sind die Absolventen nicht nur auf Sponsoren angewiesen, sie wollen auch einen Teil des Gesamtbudgets über Crowdfunding finanzieren. „Jeder der uns unterstützt soll auch selbst etwas zurück bekommen“, sagt Corinna Kübler, zuständig für Produktion und PR im Projektteam. Die Spender erhalten deshalb nicht nur die neuesten Informationen rund um das Projekt, je nach Höhe der Spende werden auch DVD’s, Besuche am Set und die namentliche Nennung im Abspann, als Gegenleistung „verkauft“. Der Gedanke dahinter: Für einen alleine ist die benötigte Summe groß, aber auch wenn viele einen kleinen Beitrag leisten, kann das Projekt realisiert werden. Etwa ein Viertel der Projektkosten hofft das Team auf diesem Weg decken zu können. „Wir selbst finden unser Konzept toll, und wir wünschen uns natürlich, dass es vielen anderen auch so geht“.
Sie wollen das Projekt unterstützen? Spenden Sie auf startnext.de:
http://www.startnext.de/zwischen-himmel-und-hoelle
oder wenden sie sich direkt an das Projektteam: info@zhuh.de
Weitere Informationen finden sie unter
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