Peter Grohmann
(M)ein Wort zum Sonntag

Neulich fragte der Mitteldeutsche Rundfunk (der in der DDR), was denn die Menschen dort von Joachim Gauck hielten –
ob er der Richtige sei. Nachdem die Umfrage kippte, wurde das Voting geschlossen. Vielleicht hat er ja angerufen, aber eher war es dieses deutsche Vorauseilende, was man drüben schon zu Soffjets-Zeiten kannte: Orthodoxer als die Orthodoxen in Moskau. Die wiederum haben sich schneller gewandelt als die Polizei erlaubt: Nachdem der so genannte Kommunismus mausetot war, stahlen die alten Machthaber das Volksvermögen. Der eine Teil wurde erwischt und sitzt jetzt im Knast, der andere Teil sitzt jetzt in der Regierung. Aber wir halten zusammen, Gauck hin, Klarsfeld her, sonst drehen die uns über Nacht das Gas ab – und dann haben wir den Salat. Gauck, der Mitläufer, wird Präsident, und Beate, die Aufklärerin, bleibt außen vor, wie vom ZK des Bundestags beschlossen. Das hat übrigens alles nichts zu sagen.

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.

2 Gedanken zu „Peter Grohmann: (M)ein Wort zum Sonntag

  1. Ein so schlichtes Weltbild wie Peter Grohmann es hier im Unwort zum Sonntag verrät, hatte ich als Kind auch mal. Ach, war das schön. Ach, war ich damals doof.

  2. Aha. Der DDR Bürger ist Mitläufer, die Bürgerin der BRD ist Aufklärerin. Schöne, einfache, schwarz-weiße Welt. Welch ein Glück für Frau Klarsfeld, dass sie nicht in der DDR leben musste…so konnte sie nie zur Mitläuferin dort werden.

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