Was denken deutsche Islamforschende über Israel?

Vortrag und Diskussion mit Dr. Clemens Heni
Grußwort: Florian Wahl, Mitglied des Landtags BW
am Dienstag, 6. März 2012 um 19 Uhr
im Bischof-Moser-Haus, Wagnerstr. 45, 70182 Stuttgart (Bohnenviertel)

Deutsche Islamforschende könnten Aufklärung über Israelfeindschaft im Nahen Osten und unter Muslimen weltweit bieten. Doch wer sich mit den Forschungen, Büchern und Texten führender deutscher Wissenschaftler im Bereich der Islamforschung beschäftigt, bemerkt, dass eher Antizionismus, Israelfeindschaft und eine Verharmlosung oder gar Unterstützung des islamistischen oder arabischen Antisemitismus anzutreffen sind. Beispiele dafür sind z.B. Texte deutscher Islamforscher zu dem Gründer der ägyptischen Muslimbruderschaft, Hasan al-Banna, zu dem heute weltweit einflussreichsten Islamisten überhaupt, Yusuf al-Qaradawi aus Katar, oder die Berichterstattung über den sog. ‚arabischen Frühling‘, der sich eher zu einem islamistischen Winter entwickelt. Ebenso verbreitet ist die Legende vom „Übersetzungsfehler“, wenn es um die antisemitischen Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel von Irans Präsident Ahmadinejad geht. Schließlich betonen manche deutsche Forscherinnen und Forscher, dass selbst „Kinderärzte“ wie der Gründer der palästinensischen PFLP Selbstmordanschläge gegen Israel für angemessen betrachteten. Was also kann an solchen Morden verwerflich sein, wenn selbst Kinderärzte sie befürworteten, scheint damit gemeint zu sein. Diese und weitere Aspekte und Fragen werden in dem Vortrag des Berliner Politikwissenschaftlers erörtert.

Clemens Heni, Dr. phil., studierte Philosophie, Geschichte, Empirische Kulturwissenschaft und Politikwissenschaft in Tübingen, Bremen und der Freien Universität Berlin. Promotion in Politikwissenschaft mit einer Arbeit über die „Salonfähigkeit der Neuen Rechten“ 2006 in Innsbruck. 2008/2009 war er Post-Doc an der Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA) der Yale University in USA. 2011 gründete er das Berlin International Center for the Study of Antisemitism (BICSA). Seinen ersten Vortrag zur Kritik am deutschen Antizionismus hielt er an der Hebräischen Universität Jerusalem im Dezember 2002.

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.