Stuttgarter Briefe im November 2011

Je tiefer man sich bückt, umso leichter kann man getreten werden “Wie soll ich zu Euch sprechen? Als Gabbra, Borana – oder als Mensch?“ fragt Fatuma Abdulkadir Adan, die den Stuttgarter Friedenspreis 2011 erhält, wenn sie durch die Dörfer Kenias wandert. Hören Sie Fatuma bei der FriedensGala: Do, 17. 11., 19:30 h, im Theaterhaus. Tickets unter 40 20 721-23. Am Di, 15.11., 20 h, ist Fatuma übrigens Gast der Allmende: Stetten/R, Mühlstraße 1.
Im Eifer um den richtigen, den korrekten Weg verläuft man sich schneller als gedacht und vergißt, daß man nicht der Nabel der Welt ist. Unser Engagement in Sachen 21, der alles bewegenden Zahl, ist ungleich verteilt – die Habenden sind weitaus präsenter als die Habenichtse und zeigen uns, wie die Macht verteilt ist im Lande. Umso wichtiger sind daher die 21einundzwanzig und kontext – hier sind AnStifter aktiv! Unabhängigen, guten Journalismus darf, ja muß man sich was kosten lassen, sonst wird’s zu teuer, mein’ ich.. www.21einundzwanzig.de + www.kontextwochenzeitung.de
Vielfalt – dafür streiten wir! Am 9.November (16 – 18 h) lesen wir am Mahnmal für die Opfer des Faschismus „Die Namen der Toten“. Bernd Konrad begleitet die Lesung auf dem Saxophon. Elke Martin hat allein für 1940/41 tausend Schicksale recherchiert: Menschen, die wegen ihres Handicaps ermordet – und bis gestern vergessen wurden. Wir geben den Toten ihre Namen wieder. Die biografische Liste und 20 Aufsätze mit vielen Fotos und Dokumenten als Buch: Wir präsentieren das Di, 29.11. (19 h) im Staatsarchiv Ludwigsburg, Arsenalplatz 3 und am 6.12. im Schloß Stetten (Allmende). Am 6.12. (20 h) tanzen und singen wir für die Ausgegrenzten von heute: Laura Brück- mann, Gitte Wax, Brigitt Maier-Dermann, Rainer Brückmann und Peter Grohmann im Tanzdialog – von der Spur der Erinnerung zu den Spuren des Lebens (Theater Olgaeck).
Abfahrt Nordbahnhof: Vor 70 Jahren begann die systematische Deportation der württem- bergischen Juden. Am Do, 1. Dezember 2011, 16:30 h werden vor dem Hotel Silber Namen von Opfern gelesen. Anschließend laden wir ein ins Haus der Geschichte, Kon- rad-Adenauer-Straße: Um 17:30 h stellt uns Prof. Titus Simon, Magdeburg (AnStifter) Auszüge seines noch unveröffentlichten Romans „Die Rückkehr des Jakob Winter“ vor. Im Borst-Saal ist zeitgleich die „Symphony of the Names“ zu hören: Partituren in alphabetischer Reihenfolge mit den Namen der Deportierten (Klanginstallation Florian Käppler, rund um die Uhr, 1.-4. Dez). Dann gehen wir zur Gedenkveranstaltung (19:30h) an die Verladerampe Nordbahnhof (Otto-Umfried-Straße) als Zeichen der Erinnerung.
Vermögen und Unvermögen: Sa, 3. Dez, 14-18 h: Öffentliche und offene Jahrestagung der AnStifter im Literaturhaus (Breitscheidstraße). Wir freuen uns auf Sie! Albrecht Müller (www.Nachdenkseiten.de) beginnt mit einem Impulsreferat: Occupy Wall Street. Bürgerbewegungen, Schuldenstaaten, Schurkenbanken. Minijobs, Lobbyisten, Bertels- mann-Manipulateure: Das sind seine, unsere Themen! Und wie das Praktische der Politik aussehen kann, soll ich Ihnen sagen. Bringen Sie einfach eine Handvoll Interessierte mit.
Unsere Stadt, unsere Welt. Wir werden beides nicht aus den Augen verlieren, nicht das Vergangene, nicht das Zukünftige. Rainer Wochele, Schriftsteller und AnStifter, schreibt in der StZ vom 3.11.2011 (S 29): Der Hass schläft nicht. Es geht um zwei mutmaßliche Kriegsverbrecher aus Ruanda und das erste Verfahren, das das OLG Stuttgart nach dem Völkerstrafgesetz verhandelt. Rainer Wochele berichtet über das Unglaubliche dieses Prozesses und liest aus seinem Buch „Der General und der Clown – eine AnStifter- Veranstaltung am Mi, 14.12. im Theater Olgaeck (20 h). Sehen wir uns? Ich freu’ mich!
Ich weiß: Manchmal ist alles zu viel. Doch wer sagt uns, daß wir von Ort zu Ort hetzen müssen für die Toten von gestern? Nachdenken, heute handeln, Hilfe anbieten, ins Gespräch kommen, erzählen von Übermorgen. Ich freue mich auf Sie auch bei meinen eigenen Lesungen, die Verletztes abarbeiten und die Welt nicht neu erfinden müssen. Keine Sonntagsreden. Biografisches am 27.11.+ 18.12, 11:30 h, Theaterhaus.
200 neue AnStifterinnen und AnStifter – ein Wink mit dem Zaunpfahl! Machen Sie uns stark, unabhängig! Nutzen Sie unser Netzwerk für Zivilcourage. Trösten Sie sich und Ihre Freunde mit Kant, Schiller oder Hegel – Ackermann hat das Passende!
Herzlich für die AnStifter-Koordination: Peter Grohmann und Ebbe Kögel

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.