Sa, 19.Nov. 2011, 10.30 h
Prof. Dr. Jürgen Wertheimer: Hölderlin als Migrant

Philosophisches Cafe der AnStifter im Hegelhaus: Fremdheit im eigenen Land, Fremdheit im eigenen Leben, Heimatlosigkeit; Aufbruch und Flucht, Sehnsucht nach Ruhe, Frieden, Einklang – dies sind die bestimmenden Motive in Hölderlins Dichtung und die Momente, die seine Existenz in eine ungeheure Spannung versetzten. Der Weg Hölderlins mündete bekanntlich in einer schauderhafte Isolation, in der Umnachtung. Aber das bei ihm sich findende Modell der Welterfahrung, die Art des Sprechens in vielen Zungen, das Zusammenfließen, die Konfluenz der unterschiedlichen Kulturen – all dies sind Elemente einer Lebensweise, die ins Hier und Heute führt. Denn Hölderlins Einsicht und Aufforderung gilt mehr denn je: „Das Eigene will gelernt sein wie das Fremde.“ // Jürgen Wertheimer (AnStifter), seit 1991 Professor für Neuere Deutsche und für Vergleichende Literaturwissenschaft in Tübingen, überschreitet immer wieder die Grenzen des universitären Betriebs; so als er gegen den „Infantilismus in der Fun-Gesellschaft“ (2002) schrieb oder zuletzt mit seinem Roman „Als Maria Gott erfand“ (2009).

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.

2 Gedanken zu „Sa, 19.Nov. 2011, 10.30 h: Prof. Dr. Jürgen Wertheimer: Hölderlin als Migrant

    1. ..da ist der Termin wohl in den falschen Monat gerutscht. Es muss Nov. heißen und nicht Dez. Verpasst haben Sie aber wenig, weil es hier auf der Seite einen Audio-Mitschnitt des vorzüglichen Vortrags gibt.

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