Schmähbrief 3 – 25.Juli 2011

Sauber, moant der Sigi, der Schtresstest – jetzt hamer den Dreck im Schachterl. Die Deppn von der DB san doch net bled!. Die zaubern eich an Fahrplan hin, dass eich die Augn aus’m Kopf falln.

Recht so, moant der Sigi, dass die vom Aktionsbündnis ausgsteign haben wolln, jetzt sans doch dabei. Der Sigi moant: schad, dass unsere Freind bei dem Affentheater die sog. Augenhöhe beisteuern wolln. Warum hams überhaupts den fuchsigen Scheiß vom Geissler abgnickt?, am 2. Dezember 2010!

Schee bled, moant der Sigi, die Wixerei um „gute Betriebsqualität“. Was is denn mit de Leit in dene ihrm Superbahnhof?! Brandschutz, Barrierefreiheit, Umsteigerei, Gäubahn, usw.?

Habts scho vergessn, fragt der Sigi, was der Schmarrn kostet. Davon redet doch des SMAplazet gar net. So vui mehra als in die Verträg neigschriebn ham! (Aber nix is so oid wia die Zeitung von gestern!)

Der Grube sabbert, lacht der Sigi, also der Grube sabbert jetzt davon, dass er „ein sachlicher Mensch“ wär, so wie er immer davon gschwätzt hat, dass er ein „ehrlicher Kaufmann“ is. Und deswegen hätt er nach dem bestandenen Schtresstest au keine „Schadenfeude“ gegen die, wo dagegn san. Der Bahnkundenschänder, der elendige!

„Hunderte Bahnhöfe in kleineren Städten stehen leer, sind verrrammelt ,dreckig und verwahrlosen…Das deutsche Bahnhofsdrama ist eine Spätfolge der Privatisierung…5400 Bahnhofe wurden im Zuge der Reform zuerst in die DB Station & Services AG ausgegliedert…fast 2800 Bahnhöfe wurden bundesweit verkauft …an Finanzinvestoren, z.B. Patron Capital mit deutschen Partnern…aktuell dürften Patron Capital etwa 1000 Bahnhöfe gehören…im Osten sank die Zahl der Bahnhöfe, die noch der Bahn gehören, von 528 auf 73“…(Süddeutsche Zeitung vom 23./24.Juli 2011)

Schaugts her, zitiert der Sigi den Stocker Gangolf, wenns dauernd plärrn, dass von dem Konzept „Kopfbahnhof 21“ koa Planung da is – so der jesuitische Schlaumeier Geissler. „Aber fünfundachtzig Prozent davon gibt’s doch schon in der Realität: der Bonatzbahnhof steht noch, den Südflügel können mir wieder aufbauen, die Gleise 4 und 5, auf denen können ICEs ein-und ausfahrn! Usw.“

Der Sigi moant no: lassts doch den Wolfgang Dietrich, den Golfspezi vom Grube, redn, der hat doch auf ois a Antwort, und dann demonstrieren zum Rathaus oder zum Landtag mit Eier und faule Tomaten –

(Der Sigi, das ist einer, den hats vor vielen Jahren auf der Südschiene, aber mit der Eisenbahn, von München nach Stuttgart verschlagen, lebensumständehalber – und wurde zum Berufsdemonstranten gegen S 21, meint aber, dass er weder „Wutbürger“ sei, das wäre sowieso nur ein Begriff, den der Harald Schmidt in den öffentlichen Diskurs gebracht habe – der Sigi sieht sich auch nicht als „Mutbürger“, denn er meint, dass kein besonderer Mut dazu gehöre, jeden Montag oder auch an einem Samstag auf eine Demonstration zu gehen, Mut haben schon eher die Blockierer oder die Baumbesetzer von Robin Wood, usw.) –

verantwortlich: Eberhard Boeck, Cannstatt, Spenden an die Verteiler

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.