Sehr geehrter Hr.Dr. Großmann!

Sie als sympathisches Vorzeigedickerchen und Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns RWE treten zwar für längere Laufzeiten Ihrer Atomkraftwerke ein, fristen argumenativ aber ein Jammerdasein. Sie sind ja nicht einmal dazu in der Lage, Ihren Abteilungen für Öffentlichkeitsarbeit, Lobbyismus und andere Schweinereien klar zu machen, dass deren Argumentationsansatz einem Erbsenzählerverein nicht aber einem Großkonzern entspricht.
Gehen Sie die Sache doch mal etwas offensiver an! Gegenüber Ihren Aktionären und deren Kindern und Kindeskindern haben Sie doch eine Verantwortung. Oder zählt das nicht mehr? Es geht doch darum, Ihre Gewinne auch während der nächsten sagen wir mal 1000 Jahre zu sichern. Tatsächlich dürfte es doch nicht schwer sein, der deutschen Bevölkerung in einfachen Worten zu verstehen zu geben, dass es nur von sehr geringer Bedeutung ist, ob alle Atomkraftwerke 2021 oder 3021 abgeschaltet werden. Erstens, Hr.Dr. Großmann, kommt es doch angsichts der daran sich anschließenden Zeiträume für die Lagerung von atomaren Abfällen gar nicht an. Was sind denn schon 1000 Jahre Laufzeitverlängerung im Vergleich zu 250000 Jahren Atommülllagerung? Erbsenzählerei! Außerdem sollten Sie die Regierung endlich darauf hinweisen, dass die gegenwärtig in der Bevölkerung bestehende ablehnende Haltung gegen Atomkraft auch aufgrund dieses lächerlichen „Zwischenfalls“ irgendwo in Asien vollkommen irrelevant sind. Wer wird sich denn in 1000 oder 100 000 Jahren noch an diese Lapalie erinnern? Wer wird denn dann noch wissen, wie man Tschernobyl oder Fukushima schreibt? Niemand! Dasselbe gilt für Parlamente, Demokratie, Westerwelle, und Renate Künast? Vergangenheit! Einzig die atomaren Lagerstätten werden noch präsent sein und wenig von ihrer strahlenden Kraft verloren haben. Hr.Dr. Großmann, was Sie und Ihresgleichen schon in den fünfziger Jahren begonnen haben, können Sie doch jetzt nicht einfach vergessen machen. Nehmen Sie sich doch endlich den Respekt, der Ihnen gebührt und verklagen nicht nur die Bundesregierung, sondern gleich auch die 80% der Bevölkerung, die Ihre Art der Verantwortung gegenüber zukünftigen Aktionärsgenerationen nicht teilen will. (bkh)

Über Burkhard Heinz

Ich bin seit vielen Jahren geschäftsführender Gesellschafter des Medienbeobachtungsunternehmens mediatpress®. Die von mir verfassten Beiträge beschäftigen sich mit den Themen Medien, Kommunikation und Journalismus. Artikel, die auf dieser Website zu lesen sind und nicht von mir stammen, geben nicht immer auch meine Meinung wieder.