Kontextwochenzeitung
Kritik zum Max Herre-Interview

Die Kontextwochenzeitung veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe ein Interview, das Rainer Nübel und Susanne Stiefel mit Max Herre geführt haben. Der sich beinahe über 1 und eine halbe Seite erstreckende Text ist ein Beispiel dafür, dass in der Länge eben nicht die Würze liegt. Das scheinbar ungekürzte Interview gerät dann auch zu einem Schlagwortpotpourie über Krieg, Vergessen, Erinnern, Stunde Null, Auswärtiges Amt, Holocaustmahnmal, Lernen aus der Geschichte, Hitler, Kreationismus und…wie könnte es anders sein: Stuttgart 21. Dann die Frage nach dem „Blick von Berlin nach Stuttgart“, der durch Bemerkungen zum „Tod des Protestlieds“ und der Erwähnung Bob Dylans ergänzt wird. An vielen Stellen ist das Interview gespickt mit so tiefgreifenden Feststellungen wie: „Es kann manchmal nicht so schlecht sein, wenn etwas kaputt geht, weil es einem den Blick auf Neues eröffnet. Das merkt man nicht immer gleich.“ Was der Leser aber gleich merkt, wenn er nicht während der Lektüre eingenickt ist, dass die Aneinanderreihung von Halbweisheiten, Klischees und Lokalpatriotismus auch innerhalb eines anspruchsvollen Zeitungsprojekts vor allem eins tut: langweilen.