Bücher aus dem Feuer!

Noch vor den Menschen und den Synagogen brannten in Nazideutschland Bücher. Unter den Ausrufen von „Feuersprüchen“ wurden Tausende Bücher in die Flammen geworfen. Das war am 10. Mai 1933 und an den folgenden Tagen, heute vor 78 Jahren.

Am 10. Mai 2011 lasen Stuttgarterinnen und Stuttgarter, unter ihnen Autoren, Schauspieler, Musiker und Journalisten, auf Einladung der AnStifter „Texte aus verbrannten Büchern“, um an die Bücherverbrennungen zu erinnern. Die musikalisch umrahmte Lesung vor der früheren Gestapozentrale „Hotel Silber“ sei ein Zeichen
gegen Dummheit, Dünkel und Intoleranz, erklärte Peter Grohmann,
der Sprecher der Initiative. Gelesen wurden Texte von Kästner, Feuchtwanger, Brecht, Leopold Marx, Mühsam, Ausländer und Ossietzky. Die Verbannung der Intelligent und kulturelle Gleichschaltung war ein weiterer Schritt in die Diktatur, an dessen Anfang die Machtübergabe
durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 stand“, sagte er.

Die geschützten Räume, die z.B. die ‚neuen braunen Gesellen’ am 1. Mai in Heilbronn erhalten hätten, und ein viele Stunden „Polizeikessel“ für mehrere hundert junge Menschen, die gegen den Naziaufmarsch protestieren wollten, seien beredte Zeichen der Zeit. Es sei bezeichnend, daß die „verhinderte Demonstration“ von den Medien allenfalls en passant erwähnt worden sei: „En passant“ – das sei auch die Rolle der 4. Gewalt. „Die Wächter schlafen“, so Peter Grohmann.

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