Peter Grohmann
Im Sattel, das sabbern die Leichen

Wer reitet so spät noch durch Nacht und Wind?
Es ist Stefan Mappus, den Weg er nicht find!
Will spät noch zum Stuttgarter Bahnhof schleichen.
Im Sattel, da schaukeln die Leichen

Der Mappus reitet den Irrweg hinab
Hält fest am dürren Regierungsstab
und kann doch die Gleise nicht finden
Ach Stefan, das ist das Los aller Blinden!

Er wähnt sich in Träumen – er sucht unter Bäumen
sucht nah an Theatert-Eichen
Er will gar das Ross von hinten aufzäumen!
In Sattel? Da sabbern und jammern die Leichen

Wo sind nur die Gleise, wo steht nur mein Zug?
fragt er jetzt ganz leise und trinkt aus dem Krug
und greift dem Ross in die Speichen
Im Sattel, da lachen die Leichen

Das Geld ist alle, die Lichter sind aus
der Mappus findet nun nicht mehr nach Haus!
Ist das nicht ein Gotteszeichen?
Im Sattel, da beten die Leichen

Sie beten ein letztes, stummes Gebet
dass Mappus nicht nur Bahnhof versteht
Und da drüben, gleich links, beim Cafe am See
das trinkt ein lustiger Parkschützer Tee

Den will Mappus fragen. Doch wird er’s ihm sagen?
Er zügelt sein Ross (von der LBBW)
Und sieht den Mann jetzt erbleichen:
He, Mappus, was sind das für Leichen?

Jetzt wiehert Mappus – da staunt selbst sein Ross
Das sind die Wähler vom Tiefer-Unten-Geschoß!
Die zweite der Leichen – die CDU!
Ganz ohne Stimme – bei Armen wie Reichen!

Die dritte der Leichen? He, Mann, lass’ uns raten:
Das sind Drexler Spezialdemokraten!
Und die vierte Leiche im großen Sack?
Das sind die Milliarden vom Lügenpack
Falsche Fuffz`’ger – und alles nur Scheine
Denn Lügen, die haben ganz kurze Beine
Die fünfte der Leichen – man merkt’s am Geruch
die ist Heiner Geißlers Schlichterspruch

Die letzte der Leichen, das ratet ihr nie –
nicht ihr Badener und auch nicht ihr Schwaben –
Das ist der Rest von der Demokratie
Die wird Erster Klasse begraben