AnStifterFunken
Thema "Pränataldiagnostik": Geburt mit Herzfehler und Chromosomenstörung

Andrea ist seit vielen Jahren Kinderärztin. Seit fast zwei Jahren arbeitet sie in einer großen Klinik nördlich von Stuttgart.

Das Thema unseres Gesprächs ist nicht einfach. Es geht um Pränataldiagnostik, um die medizinische Untersuchung eines menschlichen Lebewesens vor der Geburt. Bei der Geschichte, die Andrea erzählt, stirbt ein Kind, aber die Geschichte ist trotzdem eine schöne Geschichte.
Eine Kinderärztin bei der Arbeit
Andrea erzählt von der Geburt eines kleinen Mädchens mit zwei lebensgefährlichen Schädigungen: einer Chromosomenstörung und einem Herzfehler. Die Eltern erhalten die nicht einfache Diagnose nach dem dritten Schwangerschaftsmonat. Sie hätten sich innerhalb der Möglichkeiten einer Spätabreibung ganz legal gegen das Weiterleben des Embryos entscheiden können. Mutter und Vater entscheiden sich jedoch für die normale Geburt. Sie stellen nur eine Bedingung: das Kind soll, wenn es auf der Welt ist, keine kurative, sondern eine paliative medizinische Versorgung erhalten; das Kind soll nicht künstlich am Leben gehalten werden, es soll aber auch nicht leiden, wenn es stirbt.

Das kleine Mädchen kommt auf die Welt und wird von Andrea getauft. Das geht auch ohne Priester. Es erhält einen Namen. Andrea sagt, das sei wie eine Begrüßung und hilft später, sich an die Kleine zu erinnern. Jede Person hat einen Namen. Und der Name ist in der Geschichte, die Andrea erzählt, eine Spur für die Erinnerung.

[wpaudio url=“http://www.medienbeobachtung.info/radio/wp-content/andreaunddiekleine.mp3″ text=“Das Gespräch“]

Anm.d.Red.: die Aufnahme wurde Ende September 2009 für AnStifterFunken hergestellt.