Weltgeist in die Birne.

Das Gaishirtle (bzw. Gaißhirtle) ist eine Birnensorte, die es seit über 250 Jahren in der Gegend um Stuttgart gibt. Vater Schiller kultivierte sie einst in seiner Musterbaumschule auf der Solitude und schickte einmal seinem Sohn zwei Stämmchen nach Jena, begleitet von den Worten, es werde „der liebe Fritz mit dem Gaishirtle gewiß Ehre einlegen.“ – Ob das Gaishirtle in Jena sich wohlfühlte, ob Schiller vielleicht an diesen väterlich-heimatlichen Birnen schnüffelte, statt an verfaulten Äpfeln (wie Goethe behauptete), das wissen wir nicht. Aber Tatsache ist, dass das Gaishirtle die süßeste aller Birnen ist. Weil jedoch die Früchte sehr klein sind, die Ernte daher mühselig ist, ist sie wie so viele alte Obstbaumsorten im Aussterben begriffen.
Wir haben mit Dietmar Kurrle einen Obst- und Weinbauern am Stuttgarter Rotenberg gefunden, der aus alter Anhänglichkeit und Liebhaberei das Gaishirtle noch gedeihen lässt und aus ihm eine sehr geringe Menge vorzüglichsten Schnaps brennt. Die Denkmacherei der AnStifter hat nun diese Stuttgarter Kostbarkeit des Gaishirtlebrands gleichsam dialektisch verbunden mit Stuttgarts berühmtesten „Denkmacher“ –: Hegel, der einstmals so provozierend bemerkte: „Das Geistige allein ist das Wirkliche.“ Der Weltgeist kann bei uns besichtigt werden.