S21
Nordturm mit Tasche

6.9.2010. Ich stehe hier für Demokratie. Es soll eine Abrissunterbrechung geben. Der Abriss ist eine Sauerei, ob Berufung oder nicht. Sie sehen spß und herzlich aus. Was haben Sie da an? Ich habe den Nordturm an. Das ist ein bemalter Karton. Mit einem Mercedes-Stern auf dem Kopf. Wie sind Sie darauf gekommen? Zur Arbeit ziehe ich es nicht an. Die Demonstranten sind so kreativ, da wollte ich auch etwas machen. Es geht mir nicht so sehr um das Gebäude, sondern das, womit das Gebäude in Zusammenhang steht. Der Turm ist ein Symbol. Dafür bin ich und dafür stehe ich. Wie haben Sie das gemacht? Erzählen Sie mal. Ich hatte ein Lieferung mit einem großen Verpackungskarton. Das war Quadratisch wie der Turm auch. Das ist Verpackungsband, ja das habe ich so zu HAuse. Ich habe es dann angestrichen. Das ist Farbe aus deim Künstlerkasten. Ich wollte mit dem Malen beginnen. Ja mit dem künstlerischen Malen. Ein paar Bilder habe ich gemalt mit braun und weiß und dann diese Fenster und dann noch der Draht, aus dem der Mercesdes-Stern geworden ist. Der sitzt auf einem Haardiadem so groß wie der Durchmesser eines Tasse. Das ist Isolierband gewickelt um einen Draht. Dann auf den Haarreif draufgestreckt. War diese dänische Rakete eine Anregung für Sie? Nein, war es nicht. Der Original-Bonatz-Bau ist 1914 mit Beginn des Krieges begonnen worden. Es geht nicht um Protz oder sonst etwas. Es geht darum, was die Bürger mit diesem Bau in Verbindung bringen. Es geht mehr umd ie friedlichen Demonstrationen als um den „Kriegsbeginn“. Wir stehen am Nordflügel des Hauptbahnhofs. Wie lange haben Sie das noch an. Ich werden das gleich ausziehen und nach Hause zu meinem Hund gehen. Der Gurt hier ist nicht zum Tragen, sondern er gehört zu meiner Handtasche. Gab es Reaktionen von den Menschen, die Sie gesehen haben. Ja, manche haben geschaut.