Gastbeitrag
Stellungnahme zu dem Artikel "Um die Wasserhaltung am Tiefbahnhof ranken sich Legenden" von Michael Deufel vom 13.10.2010 (STN)

Sehr geehrter Herr Deufel, waren Sie schon einmal im US-Nationalpark Petrified Forest? Wenn nicht, sollten Sie das unbedingt nachholen, denn es ist nicht nur ein lohnendes Reiseziel, sondern weist auch erdgeschichtlich erstaunliche Parallelen zu Stuttgart auf: In der späten Trias (vor circa 225 Millionen Jahren, also lange vor Ihrer Tätigkeit als Redakteur im Dienste der CDU) besaß Arizona einen wunderschönen großen Park. Parkschützer gab es damals freilich noch nicht. Ab und zu kam es vor, dass Bäume von ganz alleine umfielen, wie das auch im Stuttgarter Schlossgarten gelegentlich beobachtet wird. Im Schlamm und Schlick vergraben hatten die Baumstämme Millionen von Jahre Zeit für ihre Metamorphose von Holz zu Stein.
In Stuttgart ist der Natur nun ein Glanzstück gelungen: Innerhalb weniger Monate versteinerten – dank Ihrer professionellen Berichterstattung – die Eichenpfähle unter dem Bahnhofsturm zu Beton. Diese Form der Versteinerung wurde bisher in keiner geologischen Untersuchung dokumentiert. Nicht nur in Bezug auf die Geschwindigkeit, sondern auch auf das Endprodukt ist das einzigartig. Dafür sollte Stuttgart zum Weltnaturerbe erklärt werden.
Die Versteinerung – oder besser gesagt Betonifizierung – begann Anfang 2010: Damals hatten Ihre Kollegen Konstantin Schwarz und Michael Isenberg in einem Interview mit dem Bauingenieur Hany Azer erfahren, dass der Bahnhofsturm auf Eichenpfählen ruht. weiter bei park21.blog.de